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Wer ist der Mensch hinter der Maske?
Nina Gerdts - Auszubildende Krankenpflegehelferin

Abstand halten ist nicht immer möglich – gerade in der Patientenversorgung. Mit einer medizinischen Maske wird das Risiko verringert, sich oder andere mit dem Corona-Virus anzustecken. Aber: War das jetzt ein Lächeln? Oder wurde fragend, erwartungsvoll oder neugierig geschaut? Am Ende vielleicht sogar spöttisch gegrinst? Das weiß man derzeit nicht so genau… Hinter der Maske verschwindet die Hälfte des Mienenspiels. Oft ist man ja froh, wenn man sein Gegenüber überhaupt gleich erkennt.

Im Gespräch mit Nina Gerdts, Mitarbeiterin im Pflegepool der Klinik Husum, versuchen wir hinter die Maske zu schauen und mehr über den Menschen zu erfahren, dessen Gesicht während seiner beruflichen Tätigkeit immer halb verdeckt ist.

Geboren wurde Nina Gerdts 1982 in Husum, ging dort in die Kita, besuchte anschließend die Grund- und Gemeinschaftsschule und schloss diese 1999 erfolgreich mit der Mittleren Reife ab. 

Frau Gerdts, Sie arbeiten heute im Pflegepool der Klinik Husum und stehen vor dem Beginn einer Ausbildung zur Krankenpflegehelferin. Mit welchem Berufswunsch haben Sie damals die Schule verlassen?

Hebamme war damals mein absoluter Favorit. Mit Menschen zu tun zu haben, viele Kontakte zu schließen und anderen helfend zur Seite zu stehen. Eine andere Option war damals auch eventuell in der OP-Abteilung einer kleineren Klinik anzufangen.

Was ist es dann daraus geworden?

Ich habe erst einmal was ganz anderes gemacht und in der Gastronomie gejobbt. Und daraus sind dann letztendlich 18 Jahre geworden. Auch da hatte ich es mit vielen Menschen zu tun, habe dort gleich gutes Geld verdient, kam in der Branche zurecht und hatte viel Kontakt mit Gästen und ein gutes Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen und meinen Chefs. 

Und wann kam der Wechsel in die Pflege?

Meine Schwiegereltern eröffneten 2017 den Krankentransportdienst „Helfende Hände“ in Husum. Ich half dort gerne aus und im Rahmen dieser Tätigkeiten, die ja auch viel mit Patienten, den Kliniken und Kontakten zum Pflegepersonal zu tun hatten, kam meine alte Leidenschaft zu den Gesundheitsberufen wieder hoch. Was dann folgte, war 2019 mein Ausstieg aus der Gastronomie und der Einstieg in den Krankentransportdienst.

Wie entwickelte sich der Berufswechsel dann weiter?

Sehr positiv. Krankentransport war gut und schön, aber ich wollte doch mehr Kontakt mit den Patientinnen und Patienten. Im Januar des letzten Jahres habe ich mich dann von heute auf morgen für einen „Schwesternhelferinnen-Kurs“ in Flensburg beworben und ihn rechtzeitig vor der Corona-Welle erfolgreich absolviert. Mit diesem Kurs hatte ich eine pflegerische Basisqualifikation erreicht, die es mir erlaubt, in der Pflege unterstützend zu arbeiten. Und da ich das für diesen Kurs erforderliche Praktikum in der Notaufnahme der Husumer Klinik absolvieren durfte, war meine Leidenschaft für die Klinik Husum endgültig entbrannt. Ich habe gespürt, dass die Tätigkeit hier „voll mein Ding“ ist.

Warum ausgerechnet in der Klinik Husum?

Ich kannte schon einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege durch die Tätigkeit im Krankentransportdienst. Das Praktikum in der Notaufnahme hat den Kontakt und das Zugehörigkeitsgefühl noch gestärkt. Für mich war klar: Hier ist mein Platz, hier will ich hin und hier will ich weiter lernen. Mein nächster Plan war eine Ausbildung im Rettungsdienst, der aber leider durch Corona zunichtegemacht wurde. Durch die Husumer Pflegedienstleistung Oliver Freese wurde mir glücklicherweise die einjährige Ausbildung zur Krankenpfleghelferin angeboten. Um die Zeit bis zum Beginn dieser Ausbildung zu überbrücken, wurde mir eine Vollzeittätigkeit im Rahmen meiner Qualifikation im Pflegepool der Klinik Husum angeboten.

Was genau ist ein „Pflegepool“?

Im Pflegepool der Klinik Husum sind Pflegekräfte mit unterschiedlichen Qualifikationen angestellt. Diese bilden einen Teil des Ausfallkonzeptes, da jeder Beschäftigte aus dem Pflegepool auf allen Stationen flexibel eingesetzt werden kann.

Hier arbeiten also Pflegekräfte, die nicht fest auf einer konkreten Station arbeiten möchten, sondern in allen Fachabteilungen je nach Bedarf tätig sind. Es arbeiten auch viele Mütter mit angepassten Dienstzeiten im Pool. Ein Vorteil für mich ist die Flexibilität, ein weiterer liegt in der Vielseitigkeit der unterschiedlichen Fachabteilungen. Man lernt also immer Neues dazu. 

Was kommt in der Ausbildung zur Krankenpflegehelferin auf Sie zu?

Nun, Krankenpflegehelferinnen und Krankenpflegehelfer arbeiten mit den Pflegefachkräften auf den Stationen einer Klinik im Team zusammen. Betreut werden Patienten aller Altersgruppen. Die Ausbildung im Klinikum Nordfriesland umfasst ein Jahr, bestehend aus theoretischem und praktischem Unterricht sowie aus praktischen Arbeitseinsätzen, die von ausgebildeten Praxisanleitern begleitet werden. Nach erfolgreich absolvierter Ausbildung kann eine Ausbildung zur Pflegefachfrau/Pflegefachmann begonnen werden und dann stehen einem alle Möglichkeiten des Pflegeberufes offen. Also wieder genau mein Ding.

Was schätzen Sie am Klinikum Nordfriesland? 

Zum einen die sehr ausgeprägte Kollegialität unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zum anderen wird seitens der Pflegedienstleitung wirklich versucht, auf die Wünsche der Kolleginnen und Kollegen Rücksicht zu nehmen. Sei es in Hinsicht auf die Arbeitszeiten, den Arbeitsplatz oder den Wunsch auf Fortbildung. Des Weiteren ist das Klinikum einer der größten Arbeitgeber hier im Kreis und bietet eine Vielzahl von Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Berufsebenen. Es wird hier im Klinikum Nordfriesland immer versucht, in Lösungen zu denken, nicht in Problemen.

Was wünschen Sie sich von Politik und Gesellschaft?

Dass die Pflegeberufe endlich in ihrer Wertigkeit anerkannt werden und dass sie endlich auch ihrer Wertigkeit entsprechend bezahlt werden, da es wirklich ein harter Job ist. Es nützt nichts, auf dem Balkon zu stehen und zu klatschen und Prämien für eine Pandemie zu verteilen. Und warum nicht jungen Menschen Anreize bieten, damit sie den Pflegeberuf in all seinen Facetten kennenlernen können? Der Beruf muss so aufgewertet werden, dass auch eine Motivation besteht, ihn dauerhaft ausüben zu wollen.

Frau Gerdts, wir danken für das Gespräch.

Das Klinikum Nordfriesland bildet sowohl Krankenpflegehelfer/innen als auch Pflegefachkräfte aus. Weitere Informationen zu diesen beiden sehr interessanten und zukunftssicheren Ausbildungsgängen finden Sie hier oder unter Tel. 04841 660-1130 (Ausbildung zur Pflegefachkraft) oder Tel. 04841 660-1666 (Ausbildung Krankenpflegehilfe) erhältlich.