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MVZ-Facharztpraxis Viszeralchirurgie
Ihre Anlaufstelle für Bauch-, Schilddrüsen- und Adipositas-Chirurgie
Unsere MVZ-Facharztpraxis steht in allen Fragen rund um die Allgemein-, Bauch-, Schilddrüsenchirurgie und die Behandlungsmöglichkeiten bei schwerem Übergewicht (BMI > 35) zur Seite. Die Praxis begleitet Patienten von der Diagnostik und Erstberatung über die Vorbereitung eines etwaigen Eingriffs bis hin zur Nachsorge nach der OP.
Für alle ambulanten Termine ist eine Überweisung wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich.
Die Krankenversichertenkarte muss dagegen zwingend in die Sprechstunde mitgebracht werden.
Unsere Praxis arbeitet sehr eng mit dem Viszeralmedizinischen Zentrum des Klinikums Nordfriesland zusammen.
Allgemeine Sprechstunde
Die MVZ-Praxis steht Ihnen für alle Fragestellungen rund um
- die Allgemeinchirurgie (z.B. bei Eingriffen an Haut- und Unterhaut, Versorgung von Abszessen, Leistenbruchoperationen, Gallenblasenoperationen, proktologischen Operationen), die Erkrankungen der Schilddrüse.
Die MVZ-Praxis arbeitet sehr eng mit der Nuklearmedizin in der Klinik Husum zusammen.
Vereinbaren Sie einen Termin unter Tel. 04841 660-1270.
Praxisräume
Sie finden unsere Praxis im 2. Obergeschoss der Klinik Husum.
Bitte folgen Sie den roten Bodenmarkierungen.
Spezialsprechstunde Adipositas (schweres Übergewicht)
Die Themen der Adipositas-Sprechstunden können sein:
- Erstkontakt mit Eingangsuntersuchungen und gemeinsame Festlegung der weiteren Therapie,
- Vorbereitung einer geplanten Operation mit Abstimmung innerhalb des Behandlungsteams aus Ärzten, Psychologen, Ernährungsfachleuten, Physiotherapeuten und Pflegekräften,
- Nachbetreuung z. B. nach chirurgischen Eingriffen,
- Festlegung von konservativen oder chirurgischen Maßnahmen für die Sicherung eines dauerhaften Therapie-Erfolges,
Eine vorherige Vorstellung der aus dem Übergewicht entstandenen Problematik bei Ihrem Hausarzt ist sinnvoll und hilfreich.
Vereinbaren Sie zu folgenden Zeiten (Mo/Mi/Do/Fr, von 8:00 bis 11:00 Uhr) telefonisch einen Termin unter: 4841 660-1533.
Praxisräume
Sie finden unsere Praxis im 4. Obergeschoss der Klinik Husum.
Was ist Adipositas und wann und wie können chirurgische Maßnahmen helfen?
Im Gespräch mit Dr. Ulf Niemann
Das Winterhalbjahr mit Braten, Bratkartoffeln, Rotwein, Mousse au Chocolat, Zimtsternen und Glühwein verhagelt dem einen oder anderen die Bikini- oder Badehosen-Figur. Bei immer mehr Menschen entwickelt sich das Übergewicht allerdings so gravierend, dass es zu gesundheitlichen Problemen führt. Spätestens dann ist es an der Zeit, einen Arzt zu konsultieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten.
In vielen Fällen führen dann mehr Bewegung, ein verändertes Essverhalten und Diäten nicht mehr zum erwünschten Ziel. Bei schwerem, langanhaltendem Übergewicht, der „Adipositas“, muss eine chirurgische Maßnahme geprüft werden, um den veränderten Lebensstil abzusichern. Dazu haben wir mit Dr. Ulf Niemann gesprochen.
Dr. Niemann ist „Chefarzt der Bauchchirurgie“ an der Klinik Husum und Leiter des Adipositas Zentrums Nord am Klinikum Nordfriesland und damit ausgewiesener Experte für Operationen bei schwerem Übergewicht.
Herr Dr. Niemann, das krankhafte Übergewicht, die sogenannte Adipositas, gewinnt in der Bevölkerung zunehmend an Bedeutung. Wann gilt man eigentlich als „adipös“?
Die Frage, ob und ab wann jemand übergewichtig ist, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Der gut durchtrainierte Sportler mit viel Muskulatur ist schwer, da Muskeln viel wiegen. Aber ist er deshalb übergewichtig? Sie sehen, dass man eine Einteilung benötigt, um Übergewicht beurteilbar machen zu können.
Man verwendet daher beim Übergewicht zumeist den Body Mass Index (BMI). Dabei wird das Körpergewicht ins Verhältnis zum Quadrat der Körpergröße gesetzt und somit eine Maßzahl gebildet. Dieser Wert hilft bei einer ersten Einschätzung.
Als übergewichtig gilt man in der Literatur ab einem BMI von 35 kg/m2. Bei einer Körpergröße von 1,70 m läge das Gewicht dann bei 101 kg.
Welche Rolle spielt die Chirurgie bei dieser Fragestellung?
Die Chirurgie hat bei der Behandlung des krankhaften Übergewichts in den letzten 20 Jahren eine erhebliche Bedeutung erlangt. Man spricht von der sogenannten Adipositas-Chirurgie – auch bariatrische Chirurgie genannt. Der Ausdruck bariatrisch kommt aus dem griechischen von baros = schwer, Gewicht und iatros = der Arzt.
Was sind die eigentlichen Ursachen des Übergewichts? Gibt es eine Veranlagung?
Ja, natürlich. Eine vererbbare Veranlagung zum Übergewicht gibt es auf jeden Fall. Oft liegt eine Kombination aus einer vererbten Neigung zum Übergewicht und weiteren Faktoren vor. Dies sind fast immer eine erhöhte Nahrungsaufnahme und ein Bewegungsmangel. Psychische Einflüsse spielen ebenfalls eine Rolle. Auch hormonelle Veränderungen können das Körpergewicht erheblich beeinflussen.
Warum ist ein deutliches Übergewicht so gefährlich für den Patienten?
Das Übergewicht kann zu einer Vielzahl von Problemen und Folgeerkrankungen führen. Wer deutlich zu viel Gewicht auf die Waage bringt, muss zum Beispiel mit Gelenkbeschwerden an den Knie- und Hüftgelenken und mit Bandscheibenproblemen rechnen. Durch das Übergewicht, durch Störungen des Fettstoffwechsels im Allgemeinen und durch den häufigen Bewegungsmangel resultieren oft Herz- und Gefäßerkrankungen, die dann das Leben der Betroffenen beeinträchtigen und sogar bedrohen.
Wie kann die Chirurgie diesen Patienten helfen?
Ab einem bestimmten Ausmaß des Übergewichts schaffen es viele Patienten selbst nicht mehr, die Situation zu kontrollieren und effektiv und vor allem nachhaltig Gewicht wieder abzunehmen. Im Adipositas Zentrum Nord in der Klinik Husum besteht die Möglichkeit, sich umfassend beraten und behandeln zu lassen. Üblicherweise beginnt die Behandlung des Übergewichts mit einer sogenannten multimodalen Therapie. Darunter versteht man in diesem Zusammenhang eine Kombination aus einer Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Oft lässt sich mit diesem Behandlungsansatz das Körpergewicht bereits verringern. Sollte dies nicht gelingen, so besteht dann die Möglichkeit des chirurgischen Eingreifens.
Was ist darunter genau zu verstehen?
Man kann in der Viszeralchirurgie – das ist der fachmännische Begriff für „Bauchchirurgie“ durch spezielle Operationsverfahren eine Gewichtsabnahme herbeiführen. Diese Verfahren sind einer größeren Öffentlichkeit als Schlauchmagenoperation oder als Magenbypassoperation bekannt.
Es werden unterschiedliche Techniken und Wirkungsprinzipien unterschieden: bei der Schlauchmagen-Operation wird der Magen zu einem Schlauch umgewandelt. Das Volumen des Magens und damit auch die Möglichkeit Nahrung aufzunehmen, wird deutlich verkleinert. Bei einer Magenbypass-Operation wird zusätzlich zur Volumenverkleinerung vor allem die Fähigkeit verändert, Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen.
In Husum führen wir beide Verfahren durch.
Das klingt aufwändig – wie belastend sind diese Eingriffe?
Die Operationen werden immer minimal-invasiv – also in der sogenannten „Schlüssellochtechnik“ - durchgeführt. Dadurch wird das Operationstrauma erheblich reduziert, da lange Schnitte entfallen und nur kleine Zugänge für die erforderlichen OP-Instrumentarien geschaffen werden. Daher erholen sich die Patienten nach der Operation auch sehr schnell.
Wie lange sind die Patienten in der Klinik? Wird ein Aufenthalt auf der Intensivstation erforderlich?
Der Klinikaufenthalt liegt zumeist nur bei zwei Tagen – ohne eine Liegezeit auf Intensiv.
Wann stellen sich die positiven Effekte der Operation beim Patienten ein?
Die Gewichtsabnahme setzt früh ein. Der Patient spürt das verringerte Magenvolumen mit einem sich schneller einstellendem Sättigungsgefühls, so dass das Verlangen nach einer weiteren Nahrungsaufnahme abnimmt. Allerdings - und dies darf nicht vergessen werden - muss vor einer bariatrischen Operation immer ein grundsätzliches Umdenken beim Patienten stattfinden! Die Patienten müssen bereit sein, ihre antrainierten, unvorteilhaften Gewohnheiten zu verändern. Deshalb ist die erwähnte multimodale Therapie vor einer Operation so wichtig.
Können Sie kurz Erläuterungen zu dem multimodalen Programm geben?
Um eine Veränderung des Lebensstils zu ermöglichen, durchlaufen die Patienten ein Schulungsprogramm zur Ernährung und Bewegung. Ebenso werden die Teilnehmer psychologisch geschult, um erlernte „Programme“, zum Beispiel die Selbstbelohnung durch Süßigkeiten, abzulegen. Das Gute ist, dass die Patienten dafür nicht zu uns nach Husum kommen müssen, sondern diese multimodale Begleitung erfolgt online.
Zum Abschluss eine letzte Frage: Übernehmen die Krankenkassen eigentlich die Kosten für diese Magenoperationen?
Ja, in der Regel werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.
Melden Sie sich gern für ein klärendes Erstgespäch bei uns. Wir sind Mo/Mi/Do/Fr von 8:00 bis 11:00 Uhr telefonisch für Sie da unter: 04841 660-1533.
Ansprechpartner
Dr. Ulf Niemann
Chefarzt
Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie, spezielle Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie
Saddam Ramadhan
Leitender Oberarzt
Facharzt für Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie