Bürgerwindpark Reußenköge: Eine 3.500 Kilo schwere Spende für die Klinik Husum

Endlich ist er da! Der neue Magnetresonanztomograph für die Klinik Husum. Endlich konnten Vertreter des Bürgerwindparks Reußenköge direkt verfolgen, wie „ihr Schwergewicht“ vom Lastwagen an seinen neuen Bestimmungsort gebracht wurde.

850.000 Euro hatten die Windmüller aus den Reußenkögen dem Förderverein der Klinik Husum für das Gerät zur Verfügung gestellt und damit ein Zeichen gesetzt, wie die Region einen bemerkenswerten Beitrag für die Patientenversorgung in Nordfriesland leisten kann.

„Wir sind dem Bürgerwindpark sehr dankbar für diese großartige Unterstützung“, so Christian Wilcken, Kaufmännischer Direktor des Klinikums Nordfriesland. „In wirtschaftlich inzwischen extrem schwierigen Zeiten ist die Spende für uns ein Segen“. Genauso wichtig sei aber auch das Signal: Die konkrete Unterstützung aus der Region, die gerade der Belegschaft sehr guttäte. 

Der neue MRT gehört der neuesten Generation an. Er ist wesentlich nachhaltiger und schneller als das Altgerät, das im Mai inklusive der Container demontiert wurde. Seit Mai wurde an gleicher Stelle durch das Klinikum ein neues und größeres Gebäude errichtet. Das Aussehen, die Raumaufteilung und die Schnelligkeit der Umsetzung wurde von allen Anwesenden lobend hervorgehoben. Das Klinikum hat in das Gebäude und die Vorbereitung der Aufstellung selbst über eine Million Euro investiert. 

Derweil sich die Mitarbeiter der Spedition von dem herausfordernden MRT-Transfer im Café Düneneck der Klinik Husum erholten, trafen die Zimmerleute ein, die die große Öffnung zur Einbringung des Gerätes mit einem vorbereiteten Wandelement verschlossen. Raus kann das Gerät nun so schnell nicht mehr.

„Wir sind allen an der Umsetzung Beteiligten sehr dankbar für die schnelle und professionelle Arbeit“, so Christian Wilcken. „Ganz besonders dankbar sind wir natürlich dem Bürgerwindpark und dem Förderverein.“ Insgeheim hofft Wilcken auf weitere finanzielle Unterstützung aus der Region. Die Gesundheitsversorgung in Nordfriesland könnte es gut gebrauchen.

Der Patientenbetrieb wird im Verlauf des Septembers aufgenommen. Das Klinikum Nordfriesland verfügt dann über drei moderne Magnetresonanztomographen. 

Fragen & Anworten zum neuen MRT in Husum (Stand August 2026)

Ab wann es möglich ist einen Termin zu buchen und welche Ärzte dürfen überweisen?

Anfang xxx werden die Untersuchungsprotokolle am MRT in Husum hinterlegt und etabliert. Sobald dies abgeschlossen ist, erfolgt die Terminvergabe für Untersuchungen am neuen Husumer MRT. Die Terminvergabe erfolgt über die MRT Terminvergabe in Husum.

Es dürfen alle Ärzte an unser MRT in Husum überweisen.

Ist der MRT für alle Kassen zugelassen?

Die dort tätigen Radiologen haben eine Kassenzulassung und es können alle Patienten egal mit welcher Krankenversicherung untersucht werden. Das MRT Gerät wurde bereits bei der Kassenärztlichen Vereinigung von Schleswig Holstein angemeldet.

Wann wird der MRT in Betrieb genommen?

Wenn alles weiterhin nach Plan läuft: ab dem XX. XX 2026.

Werden auch Untersuchungen mit Kontrastmittel gemacht?

Ja, es werden auch MRT Untersuchungen mit Kontrastmittel durchgeführt.

Warum wurde kein offener MRT angeschafft?

Bei Patienten mit Platzangst bietet der offene MRT durch seine offene Bauweise ohne Röhrensystem natürlich einen Vorteil. Die deutlich schwächeren Magnetfelder dieser MRT Geräte führen allerdings zu erheblichen Einbußen in der Bildqualität und der Auflösung. Kleinere Strukturen wie Bandscheibenvorfälle oder Meniskusrisse können leichter übersehen werden. Wegen der geringeren Magnetstärke dauern die Untersuchungen länger. Aufgrund der Konstruktion sind Aufnahmen in bestimmten Ebenen schwieriger oder unmöglich. Ein weiterer Nachteil: Die Kosten, die durch eine Untersuchung am offenen MRT entstehen, werden nicht pauschal von der Krankenkasse getragen. Eine Kostenübernahme muss vorher geklärt werden.

Um die Platzangst bei Patienten in dem neuen Husumer MRT so gering wie möglich zu halten, bietet das neue MRT mit der In-Bore-Lösung (Philips Ambient Experience) die Möglichkeit, eine entspannende Atmosphäre zu kreieren. Videos und Klänge erlauben es dem Patienten in eine andere Welt einzutauchen, sodass er von der Untersuchungssituation abgelenkt wird.

Wie viele MRTs stehen im Klinikum Nordfriesland zur Verfügung?

Das Klinikum Nordfriesland verfügt jetzt insgesamt über drei MRT Geräte.

Zwei am Standort Husum, eins am Standort Niebüll.

Förderverein der Klinik Husum erhält sensationell hohe Spende

Der frisch formierte Förderverein der Klinik Husum konnte einen Anfangserfolg in einem ganz besonderen Ausmaß erzielen: Der Bürgerwindpark Reußenköge hat dem Förderverein den märchenhaften Betrag von 850.000 Euro gespendet. Es handelt sich dabei um eine zweckgebundene Spende, die in die Anschaffung eines neuen Magnetresonanztomographen (MRT) für die Klinik fließen soll.

Als wir erstmalig von der Spendenhöhe hörten, glaubten wir, wir träumen“, erzählt Duncan Underwood, der neue Vorsitzende des Husumer Klinikfördervereins. „Wir sind dem Bürgerwindpark Reußenköge unter Leitung von Anke Dethlefsen und Dirk Ketelsen unendlich dankbar für diese Großspende, die in der Geschichte unseres Fördervereins einmalig ist.“

Dieser Betrag kommt der Klinik Husum zugute – und genau im richtigen Augenblick: Einer der beiden MRT-Geräte des Krankenhauses muss aus Altersgründen ausgetauscht werden. Da er vornehmlich für ambulante Patientinnen und Patienten verwendet wird, kann das Nachfolgegerät nicht über staatliche Fördermittel finanziert werden. „Dank der Spende aus den Reußenkögen kann das Klinikum nun einen neuen, hochmodernen MRT beschaffen und so das umfangreiche Diagnostikangebot für die Bevölkerung erhalten und sogar optimieren“, berichtet der Fördervereins-Vorsitzende.

Vermittelt wurde diese Spende durch einen Mitarbeiter des Klinikums, der über seine Familie sehr gute Verbindungen in die Windenergiebranche hat. Davon wird auch die Klinik Niebüll profitieren, die ebenfalls eine Großspende aus dieser Branche erhalten wird.

„Wir konnten uns als neuer Vorstand natürlich keinen besseren Start in unsere Amtszeit wünschen“, ist Underwood begeistert. Er hat das Amt von dem langjährigen Vereinsvorsitzenden, Dr. Heinz-Jürgen Schröder, der vor einigen Monaten leider verstorben ist, übernommen. Als langjähriger Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Klinik Husum fühlt Underwood sich dem Klinikum immer noch eng verbunden und kennt die Nöte in „seiner“ Klinik natürlich sehr genau.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn sich unserem Förderverein weitere Mitglieder anschließen würden, damit wir die Klinik und die Klinikmitarbeiter noch besser unterstützen können“, so Underwood. Derzeit tritt dabei der finanzielle Gedanke fast in den Hintergrund: „Die Krankenhäuser in Deutschland werden von der Bundespolitik in dramatischer Form vernachlässigt. Das ist vor allem – und dieser Aspekt findet kaum Beachtung – ein schockierender Schlag in die Gesichter aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Kranken rund um die Uhr mit hohem persönlichem Einsatz versorgen“, so Underwood. „Unser Ansatz ist, vor allem Solidarität mit den 1.800 Beschäftigten im Klinikum Nordfriesland zu zeigen“, schließt der Fördervereinsvorsitzende.

Informationen zum Förderverein gibt es auf der Website www.fv-klinik-husum.de.

Quelle: Philips

Der neue MRT hat eine Feldstärke von 1,5 Tesla und wird bereits KI-unterstützt sein, was beides eine höchste Qualität in der bildgebenden Diagnostik ermöglicht. Besonders an dem Gerät der modernsten Generation ist, dass es nur noch sehr wenig Helium benötigt: Statt früher 1500 Liter erfordert der neue Husumer MRT nur noch sieben Liter. Dadurch kann der Energieverbrauch des Gerätes erheblich gesenkt werden.

Eine Magnetresonanztomographie eignet sich vor allem dazu, Weichteilgewebe zu untersuchen – das sind zum Beispiel Binde-, Muskel- oder Nervengewebe, das Gehirn und die Organe. Auch flüssigkeitsgefüllte Hohlräume wie Herz, Blutgefäße, Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge können auf diesem Wege sehr gut dargestellt und begutachtet werden.

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