Das Team der Klinik Husum vor dem Haupteingang.

Förderung durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG)

Wir setzen im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) Projekte um, die von der Europäischen Union durch das Programm „NextGenerationEU“ finanziert werden.

Geförderte Projekte

Folgende Projekte werden gefördert und umgesetzt:
 

Fördertatbestand 1:
Anpassung der technischen/informationstechnischen Ausstattung der Notaufnahme eines Krankenhauses an den jeweils aktuellen Stand der Technik

Zur Anpassung der technischen / informationstechnischen Ausstattung der Notaufnahmen des Klinikums Nordfriesland an den aktuellen Stand der Technik wurden verschiedene Projekte umgesetzt.

Mit EPIAS, einem System für die Ersteinschätzung, das Prozessmanagement, die Dokumentation und das Controlling in Notaufnahmen, wurde eine moderne IT‐Lösung beschafft und installiert. Die Lösung ist tiefenintegriert in das im Krankenhaus verwendete Krankenhausinformationssystem (KIS) medico und hat weitere wichtige Module und Anbindungen mit einem Triage‐System und mit der NIDA ‐ Schnittstelle zu den Rettungsdiensten erhalten.

Es wurden Patienten Monitoring Systeme beschafft und installiert, um damit eine moderne Patientenversorgung zu gewährleisten, sowie die digitale Übernahme von Messdaten in das KIS medico zu gewährleisten.

 

Fördertatbestand 2:
Patientenportale

Die Maßnahmen im Fördertatbestand 2 beinhalten die Einführung eines Patientenportals, mit dem das digitale Aufnahme‐, Behandlung‐, und Entlassmanagement unterstützt wird.

In diesem Zusammenhang wurde zusätzlich eine Lösung zur digitalen Patientenaufklärung (THIEME) eingeführt.

Darüber hinaus wurde eine Lösung für das digitale Überleitungsmanagement (RECARE) beschafft. Für das Entlass/ Überleitungsmanagement wurde das Entlassmanagementportal der Firma RECARE eingeführt. Über diese gesicherte Plattform konnten für das Entlassmanagement deutliche Effizienzsteigerungen realisiert werden. Prozesse konnten automatisiert werden und die Kommunikation mit den Nachversorgern erfolgt nun digital.

Die digitale Aufklärung ist mit der flächendeckenden Lösung von THIEME umgesetzt. Die notwendige technische Infrastruktur wurde mit einem Ausbau der WLAN‐Abdeckung sowie der Beschaffung von iPads umgesetzt. Ebenso wurde der Prozess rund um den

Behandlungsvertrag in den entsprechenden Aufnahmen umgesetzt und damit voll digitalisiert.

 

Fördertatbestand 3:
Digitale Pflege- und Behandlungsdokumentation

Es wurde das Patientendatenmanagementsystem (PDMS) der Firma COPRA zur digitalen Dokumentation in der Intensivversorgung eingeführt.

Für das PDMS wurden umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt. Es wurden Bedsite-Terminals installiert, Serverhardware beschafft und Lösungen zur Kommunikation mit den medizintechnischen Geräten etabliert.

Für die digitale Behandlungsdokumentation in der Anästhesie wurde eine Lösung der Firma MEDLINQ eingeführt. Das „AnOn“ (Anästhesie Online) ermöglicht die Dokumentation der Prämedikation, Anästhesie und der Maßnahmen im Aufwachraum. Es handelt sich um eine mobile Lösung auf iPads. Hierfür wurden mobile Tablets beschafft, ein MDM (Mobile Device Management) eingeführt und die WLAN-Abdeckung auf den entsprechenden Stationen ausgebaut.

Für die digitale Behandlungsdokumentation auf der Normalstation wurden Spotmonitore des Anbieters WelchAllyn für die Vitalwerterfassung beschafft und ins WLAN integriert. Kernfunktionalität der Geräte ist eine automatisierte Werteübermittlung an das KIS medico. Dafür wird zur Patientenidentifikation das Patientenarmband gescannt und dann die Messung durchgeführt. Die Übermittlung der Werte in die digitale Dokumentation ist damit sicher, lesbar und unmittelbar.

Eine Kernforderung aus dem Fördertatbestand 3 ist die mobile Datenerfassung am Point of Care. Neben den mobilen Visitenwagen und den Welch Allyn Spotmonitoren wurde eine Lösung für die mobile Patientendatenerfassung über Tablets namens medico-TOUCH angeschafft.

Dafür wurden iPads beschafft und unterschiedliche Module innerhalb von medico-TOUCH getestet.

Alle Lösungen zur digitalen Behandlungsdokumentation wurden durch die Einführung der Spracherkennungslösung DMO (Dragon Medical One) unterstützt. Es wurden Lizenzen beschafft und unterschiedliche Eingabesysteme getestet und installiert. Ein System zur automatisierten und sprachbasierten Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen ist damit etabliert.

 

Fördertatbestand 4:
Digitales Medikationsmanagement

Ziel des Fördertatbestandes ist es, die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Krankenhäusern durch Maßnahmen eines digitalen Medikationsmanagements zu erhöhen. Hierzu sind die durchgehende digitale Dokumentation der Medikation in interoperablen Systemen sowie die ständige Verfügbarkeit dieser Informationen für alle am Behandlungsprozess Beteiligten erforderlich

Das digitale Medikationsmanagement war im Klinikum Nordfriesland bereits vor dem KHZG weit fortgeschritten. Lediglich der Prozess Stellen und Gabe musste noch im Sinne der Muss Kriterien umgesetzt werden.

Hierfür wurde das digitale Medikationsmanagement durch die CGM medico Lösung Scan-Support ergänzt. Die CGM MEDICO Scan-Support-Lösung in der Medikation bietet dem Pflegepersonal Unterstützung beim Richten und bei der Ausgabe verordneter Medikamente. Mithilfe von Barcode-Scannern wird die Einhaltung der 6-R-Regel (Richtiger Patient, Richtiges Medikament, Richtige Dosierung, Richtiger Zeitpunkt, Richtige Applikationsart und Richtige Dokumentation) unterstützt, um sicherzustellen, dass der richtige Patient das richtige Medikament in der passenden Dosierung zur vorgesehenen Zeit erhält. Die Identifizierung des Patienten erfolgt durch das Scannen des Barcodes des Patientenarmbands oder -etiketts. Beim Richten der Medikamente können Etiketten mit einem patientenspezifischen QR-Code (MED-ID) erzeugt werden.

Es wurden Scanner und Etikettendrucker beschafft und Schulungen nach dem Key User Prinzip durchgeführt. Der Closed-Loop Prozess ist technisch etabliert und wird auf verschiedenen Stationen bereits aktiv genutzt.