Nein, unter örtlicher Betäubung nahezu schmerzfrei. Vereinzelt treten leichte Beschwerden nach der Intervention für Stunden bis Tage auf in Form von „Ameisenlaufen“ oder auch ziehendem Schmerz in angrenzenden Muskeln.
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TAPE: neue Therapie gegen Gelenkschmerzen
Menschen mit Gelenkbeschwerden – zum Beispiel durch Arthrose - haben oft einen langen, schmerzhaften Weg mit verschiedenen therapeutischen Ansätzen hinter sich. Oft bleibt als Ausweg nur noch ein Gelenkersatz.
Für viele Betroffene bietet die interventionelle Radiologie eine neue schonende und minimalinvasive Option, diese Schmerzen zu reduzieren und Lebensqualität und Beweglichkeit zurückzubringen.
Fragen & Anworten zu TAPE
Der Eingriff dauert etwa 60 Minuten im Rahmen eines stationären Aufenthalts mit einer Krankenhausübernachtung und Nachkontrolle am nächsten Morgen mit Ultraschall.
Die gesetzlichen Krankenkassen (GKVs) übernehmen in der Regel die Kosten für TAPE bei medizinischer Indikation. Bei Embolisationen handelt es sich um ein etabliertes Verfahren mit wissenschaftlicher Datenlage.
Nein, gerade bei einliegender Prothese und weiterhin vorhandenen Schmerzen lassen sich diese durch TAPE verringern.
Ja, sollte das TAPE - Verfahren bei Ihnen keine langfristige Linderung bringen, ist im Nachgang immer noch die Implantation eines Gelenkersatzes möglich.
Sollten nach Jahren wieder ähnliche Beschwerden am Gelenk auftreten, lässt sich das TAPE - Verfahren auch an gleicher Stelle wiederholen, weil sich dann bspw. wieder eine chron. Entzündung gebildet hat.
Wir müssen sicher gehen, dass die Arterie/Schlagader, die wir punktieren und mit dem Katheter-Schlauch und Draht auf dem Weg zum Gelenk entlang gleiten frei von Hindernissen ist und sich keinerlei größeren Gefäßeinengungen wie Kalkplaques dort befinden. Dabei wird auch z.B. ausgeschlossen, dass eine Schaufensterkrankheit (pAVK) besteht.
Je nach Stadium, denn bei einem Impingement-Syndrom kommt es aufgrund der Enge unter dem Schulterdach auch zu Osteoarthrosen und chronischen Inflammationsprozessen mit begleitenden Schmerzen und Funktionseinschränkungen. Wenden Sie sich gern an unsere Spezialisten.
Die TAPE Embolisationstherapie wird nicht an der Wirbelsäule eingesetzt.
Für Beschwerden in diesem Abschnitt gibt es aber andere interventionell-radiologische und -neurochirurgische Therapien, die ggf. für Sie in Frage kommen. Wenden Sie sich gerne an die Spezialisten bei uns im Hause, um eine passende Therapie zu finden.
Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie uns gern und vereinbaren einen Termin zur Bildgebung bzw. Indikationsberatung.
Die interventionelle Radiologie kann helfen
Mit einem neuen Verfahren kann eine Fachrichtung helfen, von der es nicht unbedingt erwartet wird: die Radiologie.
Neben diagnostischen Methoden, wie dem klassischen Röntgen, modernen Bildgebungsmethoden wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sowie Mammographie sind die Radiologen auch therapeutisch tätig. Diese „interventionelle Radiologie“ umfasst Behandlungsmaßnahmen, die bildgebende Verfahren nutzen. Auf diese Weise können Gefäßkrankheiten, Entzündungen, Tumore und Schmerzen therapiert werden.
Vor 18 Monaten übernahm Privatdozentin Dr. Caroline Jung die Chefarztposition in der Radiologie im Klinikum Nordfriesland. Vor ihrem Wechsel in den Norden war sie leitende Oberärztin an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Von dort bringt sie ein sehr breites Spektrum in der interventionellen Radiologie mit. So konnten in Husum erstmalig interventionelle Verfahren an der Leber (TIPSS) oder bei einem Karzinom (TACE) durchgeführt werden. Ihr Team wurde durch Oberarzt Claus Kullen erweitert und gestärkt. Er war zuvor langjährig interventionell radiologisch und neuroradiologisch am WKK Heide tätig. Beide Fachärzte sind von der Fachgesellschaft zertifizierte interventionell tätige Radiologen.
Die Ursachen der Gelenkschmerzen
Schmerzen in den Gelenken bei Arthrose entstehen aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Eine langjährige Fehl- und Überbelastung führt zu Verschleiß und chronischen Entzündungen. Es entwickelt sich so eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit durch eine Steigerung der Durchblutung und Bildung von ausgeprägten Nerven- und Gefäßgeflechten auf der „Kapillarebene“ – also auf Ebene der kleinsten Blutgefäße – am betroffenen Gelenk.
TAPE bei Arthrose
Ziel des mittlerweile international etablierten Therapieansatzes der transarteriellen periartikulären Embolisation (TAPE), die jetzt auch in Nordfriesland erfolgreich durchgeführt wird, ist es, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Durch kleinste Mikropartikel werden die Gefäße verschlossen, die den Schmerzherd mit Blut versorgen und so die chronische Entzündung aufrechterhalten. Im Ergebnis sind die überempfindlichen Nerven weniger aktiv und der Patient empfindet deutlich weniger Schmerzen.
Diesen Eingriff nimmt der interventionelle Radiologe vor: Am Beispiel des Kniegelenks bringt der Arzt über die Leistenschlagader unter Durchleuchtung mittels Röntgen einen filigranen Mikro-Katheter an die Stelle des Blutsystems, wo die Schmerzen ausgelöst werden. Mit speziellen Mikropartikeln verschließt er die Gefäße, die den Schmerz mitbedingen. Durch diesen bewusst herbeigeführten Gefäßverschluss („Embolisation“) gelingt es, dass bereits die Schmerzentstehung im Optimalfall ausgeschaltet wird.
„Mit dem TAPE-Verfahren machen wir sehr gute Erfahrungen“, berichtet Claus Kullen. „Vielen Patienten bietet die Embolisation eine Möglichkeit, die bestehenden Gelenkschmerzen durch Arthrose und auch bei Überbelastung zu lindern oder sogar nahezu gänzlich zu unterbinden.“
Nach der Intervention
Nach erfolgreichem Gefäßverschluss wird der Katheter entfernt und ein Druckverband angelegt. Meist bleiben die Patienten eine Nacht stationär im Klinikum. Nach einer Kontrolle, Mobilisierung, Überprüfung der Durchblutung und Klärung von offenen Fragen wird der Patient entlassen. Nach einigen Wochen wird der Erfolg des Eingriffs von den Orthopäden bewertet: Die Schmerzen sind dann bereits oft deutlich zurückgegangen.
Minimalinvasiver Eingriff, bei dem die Blutzufuhr zu einem Gelenk oder Gewebe blockiert wird, um Schmerzen zu lindern. Eine wirksame und schonende Methode zur Schmerzbehandlung bei Gelenkerkrankungen.
Exemplarische Einsatzgebiete bei Gelenkbeschwerden
- Knie-Arthrose, Sehnenschmerzen (Tendinopathie)
- Schulter-Arthrose, Sehnenschmerzen, Frozen Shoulder
- Ellenbogengelenk-Arthrose, Tennis- und Golferarm, Bursitis
- Hüft–Arthrose, Tendinopathie
- OSG/Fuß-Arthrose, Fersensporn, Tendinopathie (Achillodynie), Plantar-Fasziitis
Vorteile
- Minimalinvasiv, geringe Komplikationen
- Keine Narkose nötig
- Präzise und effektive Behandlung am Ort der Schmerzentstehung
- Schnelle Schmerzlinderung
Risiken
- Infektionen, Blutgerinnsel, Schmerzen oder Schwellungen nach der Behandlung,
Nach der Behandlung
- In der Regel schnelle Erholung, aber ärztliche Nachsorge erforderlich.
Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen
Neben einer orthopädischen Beurteilung werden die Patienten vorab auch bei den Gefäßchirurgen vorgestellt, um Durchblutungsstörungen als Ursache der Beschwerden auszuschließen. Dr. Klaus Haug, Chefarzt der Gefäßchirurgie in der Klinik Husum, betreut mit seinem Team die Patienten vor und nach dem Eingriff: „Innovative Therapieansätze erfordern zum Wohl des Patienten eine enge Zusammenarbeit. Dabei gibt uns der zufriedene Patient mit weniger Schmerzen Recht“, so Dr. Klaus Haug.
Das TAPE-Verfahren stellt generell einen wichtigen Baustein im Therapiekonzept dar, wenn Physiotherapie, Medikamente und lokale Schmerztherapie nicht ausreichen, ein Gelenkersatz noch nicht durchgeführt werden soll oder trotz OP und Gelenkersatz weiterhin Schmerzen auftreten. Der Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. Rainer Kirchner, erläutert: „Die Gelenkarterien-Embolisation ist ein sinnvoller Baustein in der Behandlung der Arthrose, noch bevor der Verschleiß so groß ist, dass ein Gelenkersatz eingebaut werden muss. Darüber hinaus kann die TAPE sinnvoll sein, wenn trotz einer Gelenk-Endoprothese weiter Schmerzen auftreten.“
Das neue Verfahren ist auch eine gute Option für Patienten, die nicht operativ an den Gelenken behandelt werden können oder wollen.
Kontakt
Abteilung für diagnostische und interventionelle Radiologie
PD Dr. med. Caroline Jung – Chefärztin der Radiologie
Claus M. Kullen – Oberarzt der Radiologie www.radiologie-nf.de
Termine können
- über die Online-Rezeption unter www.radiologie-nf.de oder
- über die KI-gestützte Telefonassistenz der Radiologie unter 04841 660-1265 mit dem Stichwort „Interventionelle Radiologie - TAPE“
- das Vorzimmer Radiologie telefonisch unter 04841- 660-1257 (Mo-Fr 10-12 Uhr)
vereinbart werden.
Die Patienten werden dem interventionellen Radiologen vorgestellt und dieser plant ggf. die Voruntersuchungen und Durchführung der Embolisation. Existieren schon Befunde aus früheren Untersuchungen, können diese per Fax an 04841-660-1257 übersandt werden.