Klinik Niebüll: Kommt ein MRT geflogen

Nach langer Vorplanung begannen im Oktober 2023 die Arbeiten an dem neuen OP-Anbau der Klinik Niebüll. Der Innenausbau der zwei neuen OP-Säle schreitet voran, die Inbetriebnahme ist für März 2026 vorgesehen. 

Am Dienstag, 10. Februar 2026, dann ein Highlight auf der Baustelle. Der neue Magnetresonanztomograph (MRT) der Klinik wurde angeliefert. Ein Kran hievte ihn vom Lastwagen über die Auffahrt zur Liegendanfahrt der Notfallaufnahme hinweg vor den neuen Gebäudeteil. Von seinem dortigen „Landeplatz“ wurde er auf Rollen an seinen vorbereiteten Standort im Erdgeschoss des Anbaus geschoben und dort millimetergenau positioniert. 

Zu diesem Anlass war extra eine Gruppe Windmüller aus der Region gekommen, um das „neue Gerät zu begrüßen“. Das neue medizinische Großgerät wurde durch Spenden finanziert: Im Januar 2025 wurde dem Klinikum Nordfriesland vom Förderverein der Klinik Niebüll ein Spendenscheck in Höhe von 1.080.000 Euro übergeben. Diese einmalige Großspende konnte dank zahlreicher Wind- und Solarparkbetreiber, mehreren Gemeinden und zahlreichen Privatleuten aus der Region zusammengetragen werden. 

Der neue MRT wird in den kommenden Tagen installiert und Ende März / Anfang April in Betrieb genommen. Damit steht dann erstmalig in Südtondern ein Magnetresonanztomograph für die ambulante und stationäre Diagnostik zur Verfügung. 

Insgesamt werden in dem neuen Klinikanbau rund 15,5 Millionen Euro investiert. 8,4 Millionen kommen vom Land Schleswig-Holstein, das MRT wurde über Spenden finanziert, den Restbetrag übernimmt der Träger des Klinikums Nordfriesland, der Kreis Nordfriesland. 

Einen kleinen Eindruck vom “fliegenden MRT” erhalten Sie in diesem kurzen Video auf Instagram. Oder Sie schauen sich auf unserer Social Wall um.

Ein Kran hebt das neue MRT in Richtung des neuen OP-Anbaus in Niebüll

Fragen & Anworten zum MRT in Niebüll (Stand Februar 2026)

Ab wann es möglich ist einen Termin zu buchen und welche Ärzte dürfen überweisen?

Anfang März werden die Untersuchungsprotokolle am MRT in Niebüll hinterlegt und etabliert. Sobald dies abgeschlossen ist, erfolgt die Terminvergabe für Untersuchungen am Niebüller MRT. Die Terminvergabe erfolgt zunächst zentral über die MRT Terminvergabe in Husum, also voraussichtlich Mitte März.

Es dürfen alle Ärzte an unser MRT in Niebüll überweisen.

Ist der MRT für alle Kassen zugelassen?

Die dort tätigen Radiologen haben eine Kassenzulassung und es können alle Patienten egal mit welcher Krankenversicherung untersucht werden. Das MRT Gerät wurde bereits bei der Kassenärztlichen Vereinigung von Schleswig Holstein angemeldet.

Wann wird der MRT in Betrieb genommen?

Wenn alles weiterhin nach Plan läuft: ab dem 16. März 2026.

Werden auch Untersuchungen mit Kontrastmittel gemacht?

Ja, es werden auch MRT Untersuchungen mit Kontrastmittel durchgeführt.

Warum wurde kein offener MRT angeschafft?

Bei Patienten mit Platzangst bietet der offene MRT durch seine offene Bauweise ohne Röhrensystem natürlich einen Vorteil. Die deutlich schwächeren Magnetfelder dieser MRT Geräte führen allerdings zu erheblichen Einbußen in der Bildqualität und der Auflösung. Kleinere Strukturen wie Bandscheibenvorfälle oder Meniskusrisse können leichter übersehen werden. Wegen der geringeren Magnetstärke dauern die Untersuchungen länger. Aufgrund der Konstruktion sind Aufnahmen in bestimmten Ebenen schwieriger oder unmöglich. Ein weiterer Nachteil: Die Kosten, die durch eine Untersuchung am offenen MRT entstehen, werden nicht pauschal von der Krankenkasse getragen. Eine Kostenübernahme muss vorher geklärt werden.

Um die Platzangst bei Patienten in dem neuen Niebüller MRT so gering wie möglich zu halten, bietet das neue MRT mit der In-Bore-Lösung (Philips Ambient Experience) die Möglichkeit, eine entspannende Atmosphäre zu kreieren. Videos und Klänge erlauben es dem Patienten in eine andere Welt einzutauchen, sodass er von der Untersuchungssituation abgelenkt wird.

Klinik Niebüll: Förderverein übergibt siebenstellige Spendensumme

Dem Förderverein der Klinik Niebüll ist etwas nahezu Einzigartiges gelungen: Durch die Unterstützung von Bürgerwindpark- und Solarpark-Betreibern, von zahlreichen Gemeinden im Amt Südtondern und mit Spenden von Firmen und Privatpersonen konnte Thomas Uerschels, Vorsitzender des Fördervereins, einen Spendenscheck in Höhe von 1.080.000 Euro an die Klinik Niebüll übergeben!

Das ist der höchste Spendenbetrag, den das Klinikum Nordfriesland jemals erhalten hat. Nach etwas Vergleichbarem in Höhe und Umfang der Solidarität wird man bundesweit lange suchen müssen.

Entsprechend erfreut zeigten sich während der Scheckübergabe am Mittwoch, 29. Januar 2025, der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Florian Lorenzen, ebenso wie der Geschäftsführer der Klinikums gGmbH, Stephan W. Unger.

„Heute ist ein ganz besonderer Tag für unsere Region und unser kleines, aber bedeutendes Krankenhaus. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Kraft der Gemeinschaft wahrhaft Großes bewirken kann“, verleiht Florian Lorenzen seiner Freude Ausdruck.

„Mit dieser siebenstelligen Spende versetzen wir die Klinik Niebüll in die Lage, einen modernen Magnetresonanztomographen zu erwerben, um damit den Bewohnern in Südtondern zukünftig weite Wege zu ersparen“, erläutert Thomas Uerschels, gleichzeitig Bürgermeister der Stadt Niebüll, den Verwendungszweck der Millionenspende.

„Im Namen des gesamten Klinikums danke ich allen Spendern sehr herzlich. Wir sind von der Höhe und dem Zusammenhalt in der Region tief beeindruckt“, ergänzt Stephan W. Unger, „Sie setzen damit ein wichtiges Signal für unsere Klinik in Niebüll und deren Belegschaft.“

Quelle: Philips

Der neue MRT hat eine Feldstärke von 1,5 Tesla und wird bereits KI-unterstützt sein, was beides eine höchste Qualität in der bildgebenden Diagnostik ermöglicht. Besonders an dem Gerät der modernsten Generation ist, dass es nur noch sehr wenig Helium benötigt: Statt früher 1500 Liter erfordert der neue Niebüller MRT nur noch sieben Liter. Dadurch kann der Energieverbrauch des Gerätes erheblich gesenkt werden.

Eine Magnetresonanztomographie eignet sich vor allem dazu, Weichteilgewebe zu untersuchen – das sind zum Beispiel Binde-, Muskel- oder Nervengewebe, das Gehirn und die Organe. Auch flüssigkeitsgefüllte Hohlräume wie Herz, Blutgefäße, Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge können auf diesem Wege sehr gut dargestellt und begutachtet werden.

Das neue medizinische Großgerät wird Platz in Räumlichkeiten im neuen OP-Anbau der Klinik Niebüll finden. Hier bringt sich der Träger des Klinikums - der Kreis Nordfriesland - mit rund 1,5 Mio. Euro ein, um die notwendigen Räumlichkeiten für das neue MRT zu schaffen.

Vom Baufortschritt konnten sich die Veranstaltungsteilnehmer bei einem kurzen Rundgang ein aktuelles Bild machen.

 

Einen kleinen Eindruck von der Scheckübergabe und dem Rundgang durch die noch im Bau befindlichen Räumlichkeiten erhalten Sie hier (Link zu Youtube) oder hier (Link zu Instagram).

In diesem Raum wird das neue MRT-Gerät sein “Zuhause” finden.

Ein kleiner Eindruck von der Scheckübergabe am 29. Januar 2025 mit anschließendem Besuch auf dem im Bau befindlichen OP-Anbau in Niebüll, in dem das neue MRT-Gerät seinen Platz finden wird.

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