Rekordhitze: Appell des Klinikums Nordfriesland
Für das Wochenende werden für Nordfriesland Rekordtemperaturen erwartet. Laut Wetterdiensten sind bis 35 Grad zu erwarten. An eine so extreme Hitzewelle kann sich im Klinikum Nordfriesland niemand erinnern.
Bitte beachten Sie unten stehende Tipps und achten Sie gut auf sich und Ihre Mitmenschen:
So geht das Klinikum Nordfriesland mit der Hitzewelle um:
„Wir bereiten uns so gut vor, wie wir können“, berichtet Stephan W. Unger, Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland. „Wir werden mehr Personal einsetzen, wir geben mehr Wasser aus, wir haben Lüftungs- und Beschattungspläne erarbeitet und werden gefährdete Patienten in Zimmer verlegen, die aufgrund ihrer Lage kühler sind“, stellt Unger einige Maßnahmen vor.
Die Kliniken Husum und Niebüll haben wie die große Mehrzahl aller deutschen Krankenhäuser ein Problem: Die Patientenzimmer sind nicht klimatisiert. Anders verhält es sich in der Inselklinik Föhr-Amrum. Dort hat der Förderverein vor einigen Jahren eine Klimatisierung der Patientenzimmer ermöglicht.
In Husum rächt sich die normalerweise schöne Lage der Zimmer zum Schlosspark hin jetzt: Es ist die Sonnenseite der Klinik. Die Patientenzimmer in Niebüll liegen nach Südwesten heraus, werden also auch sehr warm. „Diese Wärmeexposition ist uns bewusst, deshalb versuchen wir, uns mit vielen Ideen darauf einzurichten“, erläutert Unger. „So werden die Pflegekräfte den Patienten nur noch Bettbezüge geben. Die wärmenden Decken entfernen wir, bis es wieder kühler wird.“
Das Klinikum geht während der Hitzephase von einem erhöhten Patientenaufkommen aus und vergrößert – wie schon gesagt – die Personalpräsenz. „Wir bitten alle Bürger eindringlich, sich nicht in Gefahr zu bringen, sich zu schonen und so das Gesundheitssystem zu entlasten“, richtet der Geschäftsführer einen Appell an die Bürger in Nordfriesland.
Tipps für die Hitzephase von Dr. Christian Nottebrock, Chefarzt der Kardiologie:
(A) Essen und Trinken
- Unbedingt die Trinkmenge anpassen: Über den Tag verteilt sollten mindestens zwei Liter getrunken werden, bei starkem Schwitzen möglichst sogar bis hin zum Doppelten.
- Die Getränke sollten zimmerwarm oder leicht gekühlt sein. Eiskalte Getränke belasten den Kreislauf.
- Alkohol und Hitze vertragen sich sehr schlecht. Durch den Alkohol weiten sich die Blutgefäße, wodurch der Blutdruck stark sinkt. Zudem entzieht Alkohol dem Körper Flüssigkeit, die bei hohen Temperaturen ohnehin vermehrt ausgeschwitzt wird.
- Bei der Ernährung sollten wasserreiche und leichte Mahlzeiten wie Salate, Gurken oder Wassermelonen bevorzugt werden, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten.
(B) Wohnraum
- Lüften nur morgens und abends. Ein Ventilator im Raum kühlt zwar die Luft nicht ab, erzeugt auf der Haut aber Verdunstungskälte. Eiswürfel in einer Schale vor dem Gerät helfen zusätzlich.
- Südseitige Räume sollten mit Rollläden, Jalousien oder Vorhängen abgedunkelt werden.
(C) Aufenthalt im Freien
- Körperliche Anstrengungen, Sport und Erledigungen sollten entweder ganz unterbleiben oder in die kühleren Morgenstunden verlegt werden.
- Empfohlen wird ein luftige, helle Kleidung sowie eine Kopfbedeckung.
- Den Sonnenschutz auf der Haut nicht vergessen.
- Möglichst schattige Plätze suchen.
- Ein kurzes, kühles Fuß- oder Armbad im Waschbecken entlastet den Kreislauf.