Menü
Klinikum Nordfriesland

Wie ausführlich berichtet, ist es in den Kliniken in Husum und Niebüll an verschiedenen Stellen zu einer Infektion von Mitarbeitern und Patienten mit Covid-19 gekommen. In der Folge hat der Kreis Nordfriesland in Abstimmung mit den Landesbehörden sowohl einen Aufnahmestopp als auch für den größten Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums „Quarantäne ersetzende Maßnahmen“ verfügt.

Am Wochenende wurden rund 1.400 Mitarbeiter in einer großangelegten kurzfristigen Testkampagne – zum Teil erneut – auf Covid-19 getestet.

Ausgenommen von dem Aufnahmestopp sind medizinische Notfälle, bei denen eine sofortige Notfallversorgung unumgänglich und bei denen ein Transport medizinisch nicht vertretbar ist. Bei Patientinnen und Patienten, die eigenständig die Notfallaufnahme aufsuchen, erfolgt eine Ersteinschätzung, ob eine stationäre Behandlung notwendig ist. Sollte dies der Fall sein, erfolgt eine Verlegung in ein anderes geeignetes und aufnahmebereites Krankenhaus.

Mit den Verfügungen von Quarantäne ersetzenden Maßnahmen für eine große Zahl von Mitarbeitern des Klinikums Nordfriesland durch den Landkreis wurden am Wochenende in den Kliniken Husum und Niebüll knapp 1.400 Corona-Tests durchgeführt.

Mit einer Vorlaufzeit von weniger als 24 Stunden ist es dem Klinikum gelungen, einerseits die Teststationen einzurichten und zudem nahezu alle Mitarbeiter zu kontaktieren. Die Analysekapazitäten und die Mitarbeiter für die Teststationen wurden kurzfristig von der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein bereitgestellt.

Es wurden rund 1.400 Mitarbeiter zu den verpflichtenden Testungen gerufen. Diese erfolgten am Sonnabend in Husum sehr schnell und reibungslos. Die Organisation war hervorragend, es kam nur kurz dann und wann zu längeren Schlangen. Wie selbst verständlich wurden die in der Klinik aktuell arbeitenden Kollegen in der leichten Dienstkleidung vorgelassen, damit diese schnell wieder in die Patientenversorgung zurückkehren konnten.

Das Klinikum Nordfriesland hat auf dem Gelände der Klinik Husum einen Bauzaun mit Sichtschutz aufbauen lassen müssen. Das wurde erforderlich, da vermehrt sehr neugierige Mitmenschen allzu häufig mit Blickrichtung auf die Klinik auf die Auslöser von Kameras und Mobiltelefonen gedrückt haben. Im Erdgeschoss zur Schlossparkseite befindet sich die Isolierstation der Klinik. Um die Privatsphäre der Patienten und auch Mitarbeiter zu schützen, musste diese Maßnahme zeitnah erfolgen. Dieser Bauzaun wird bei steigenden Temperaturen in der kommenden Woche durch Folien an den Fenstern ersetzt.

Das Klinikum Nordfriesland steht derzeit weiterhin für Notfälle und akute Erkrankungen an allen drei Klinikstandorten zur Verfügung. Das regionale Gesundheitszentrum in Tönning und die Inselklinik Föhr-Amrum sind von dem Covid-19 Geschehen derzeit nicht betroffen.

Eine Häufung der Infektionen ist auf der Geriatrie in Niebüll aufgetreten. Aufgrund der grundsätzlichen Einstellung geplanter Behandlungen erfolgen in der Geriatrie Niebüll und Husum derzeit keine Neuaufnahmen von Patienten. Aktuell sind – neben weiteren punktuell aufgetretenen Infektionen – kleinere Infekt-Häufungen in der Inneren Medizin und in der Gefäßchirurgie in der Klinik Husum entstanden.

Das Klinikum Nordfriesland hat bereits bei Ausbruch der Pandemie in 2020 strenge und umfassende Hygienekonzepte eingeführt und umgesetzt, die den Vorgaben des Robert-Koch-Institutes folgen. Diese Konzepte wurden um folgende Maßnahmen ergänzt:

  • Es ist dem Klinikum kurzfristig gelungen die Testkapazitäten zu erhöhen, um so zusätzliche Testungen von Mitarbeitern und Patienten durchzuführen.
  • Neben den Kliniken haben die MVZ-Facharztpraxen in den Kliniken Husum und Niebüll Termine abgesagt, um in diesen Bereichen Einträge von Erregern zu verhindern. Das Klinikum nimmt mit den betroffenen Patienten Kontakt auf.

Seit einigen Tag werden auf einer speziellen Isolierstation in der Klinik Husum Covid-19 Patienten behandelt. Ursächlich ist, dass die für die Behandlung eigentlich vorgesehenen Kliniken in Heide, Itzehoe und Flensburg an deren Kapazitätsgrenzen gekommen waren. Inzwischen ist die Patientenzahl in Husum so gestiegen, dass die vorhandene Kapazität an ihre Grenzen kommt. Daher verlagert die Klinik Husum derzeit die Isolierstation auf eine größere Station. Durch die vermehrten Covid19 Patienten wird auch eine höhere Mitarbeiterzahl für deren Betreuung benötigt. Diese Ärzte und Pflegekräfte fehlen auf den infektionsfreien Stationen.

Daher sah sich das Klinikum am Montag, 11.1.2021, gezwungen, die planbaren (elektiven) Behandlungen und Operationen in Husum und Niebüll auf die Fälle zu reduzieren, in denen die Behandlung nicht verschiebbar ist. Notfälle und akute Erkrankungen werden weiterhin vollumfänglich betreut. Die Kliniken in Niebüll und auf Föhr sollen weiterhin Covid-19-frei bleiben. Dort positiv getestete Patienten werden in die Kliniken nach Heide, Flensburg oder Husum verlegt.

Seit einigen Tagen werden in der Klinik Husum auch Covid-19-Patienten behandelt. Dies wurde erforderlich, da die dafür vorgesehen Kliniken nicht mehr alle Covid-19 Fälle aus Nordfriesland aufnehmen konnten.

Über das Wochenende hat sich die Infektionssituation nochmals deutlich verstärkt. Der Inzidenzwert in Nordfriesland steigt in sehr großen Schritten weiter und überschreitet den Grenzwert von 50 aktuell mit 72,9 deutlich. In der Klinik Husum werden derzeit 14 Covid-19-Patienten behandelt, davon ein Patient auf der Intensivstation in Husum. Die vorhandene Infektionsstation – auf der zudem Patienten liegen, die noch auf ihr Testergebnis warten – kommt damit an Ihre räumlichen Grenzen und wird derzeit vergrößert und hausintern verlagert.

Welle Footer