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Klinikum Nordfriesland

Not macht erfinderisch: Während des Corona-Lockdowns konnten auch einige Therapeuten in der Klinik Husum nicht mehr ihren gewohnten Arbeiten nachgehen. Diese plötzlich entstandenen Freiräume nutzten drei Physio- und Ergotherapeutinnen der geriatrischen Tagesklinik um Mund-Nasen-Schutzmasken zu nähen. Diese für den privaten Gebrauch fertiggestellten Masken fanden sofort reißenden Absatz im Kollegenkreis, so dass die „Näherinnen“ Christina Harmsen, Julia Nielebock und Brigitte Schertel mit der Produktion kaum hinterherkamen, da zu Beginn der eingeführten Maskenpflicht gar kein ausreichendes Masken-Angebot vorhanden war.

Schnell kamen 400 € als Verkaufserlös zusammen; Geld, das einem guten Zweck zugeführt werden sollte. In enger Abstimmung mit der Leiterin „Personal und Recht“ im Klinikum Nordfriesland, Bettina Jeßen, und dem Leiter der Therapie im geriatrischen Zentrum, André Hansen, fand sich rasch eine naheliegende Lösung: Der Ärztliche Leiter des Geriatrischen Zentrums, Dr. Ludolf Matthiesen, ist zugleich ehrenamtlicher Leiter der „Praxis ohne Grenzen“ in Husum. Dort erhalten mittellose Menschen ohne Krankenversicherungsschutz unter dem Dach des Diakonischen Werkes kostenlose Behandlungen.

Sie sind sichtbar stolz auf ein neues Gerät, das ihnen im Operationssaal schnell einen Blick in den Körper des operierten Patienten ermöglicht: Dr. Jörn Harder und Dr. Andreas Müller. Die Chefärzte der Chirurgie und Orthopädie der kleinen Inselklinik Föhr-Amrum freuen sich über die Anschaffung eines neuen mobilen C-Bogens im Wert von über 60 Tausend Euro.

Ein C-Bogen ist ein bildgebendes Medizingerät, das auf der Röntgentechnologie beruht und flexibel in verschiedenen Räumen der Klinik einsetzbar ist: in der Radiologie, im Operationssaal oder auch in der Notfallaufnahme. Der Name ist auf den C-förmigen Bogen zurückzuführen, über den die Röntgenquelle und der Röntgendetektor fest miteinander verbunden sind. Das Gerät liefert hochauflösende digitale Röntgenbilder in Echtzeit.

Die Planungen des Kreises Nordfriesland und des Klinikums Nordfriesland zur Erweiterung und Sanierung der Kreiskliniken in Husum und Niebüll haben eine weitere Hürde genommen: In einer Abstimmungsrunde auf Landesebene wurden Zuschüsse in Millionenhöhe in den Investitionsplan des Landesgesundheitsministeriums aufgenommen.

»Das ist eine sehr gute Nachricht für alle Nordfriesinnen und Nordfriesen. Wir sind der Einlösung der Versprechen, die wir 2017 im Zuge des Bürgerentscheides über die Zukunft unserer Kliniken gegeben haben, wieder ein ganzes Stück näher gekommen«, freut sich Landrat Florian Lorenzen. Vorangegangen ist ein langjähriger Abstimmungs- und Planungsprozess, der durch zahlreiche Gespräche vor Ort, im Aufsichtsrat des Klinikums Nordfriesland und mit dem Sozialministerium flankiert wurde.

Die Gefäßchirurgie in der Klinik Husum hat eine lange Tradition. Seit 2014 führte Dr. Klaus Haug die Gefäßchirurgie als eigenständige Sektion in der Allgemeinchirurgie der Klinik. Vor kurzem wurde diese „Sektion“ nun in eine eigenständige Abteilung umgewandelt und Dr. Haug zum Chefarzt ernannt. Sein Leitungsteam umfasst weiterhin die Fachärzte für Gefäßchirurgie, Dr. Benjamin Hofbauer als Leitender Oberarzt und Dr. Jan Imgenberg als Oberarzt. Die Verselbständigung der Abteilung folgt der aktuellen Entwicklung in der Medizin im Allgemeinen. Alle Teilgebiete der Medizin spezialisieren sich immer mehr und entwickeln eigene spezielle Herangehensweisen und Methoden, die dann auch eine entsprechende fachspezifische Ausbildung erfordern.

Aktuell werden viele vom Land Schleswig-Holstein verfügten Verfahren zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie gelockert. Unlängst für Freibäder, Vergnügungsparks und andere Bereiche. Das Klinikum Nordfriesland weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass diese Lockerungen bislang ausdrücklich nicht für Krankenhäuser gelten.

„In unseren Einrichtungen gelten weiterhin sehr spezielle Besuchs- und Hygieneregelungen“, so Stephan W. Unger, Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland. „Wir als Krankenhaus müssen weiterhin sehr genau darauf achten, dass möglichst wenig Erreger in unsere Kliniken und Praxen eingetragen und dort verbreitet werden“. Unger verweist auf die besondere Schutzbedürftigkeit der akut erkrankten Patienten. „Ebenso müssen wir auf unser Personal achten“, so Unger. „Käme es zu einem Ausbruchsgeschehen laufen wir Gefahr, dass wir die Patientenversorgung womöglich einschränken müssten“.

Das Klinikum Nordfriesland freut sich darüber, den stationären Patienten wieder – allerdings weiterhin in einem eingeschränkten Maß – Besuche am Krankenbett ermöglichen zu können. Damit nutzt das Klinikum eine Option, die das Land Schleswig-Holstein den Kliniken mit der derzeitig gültigen Allgemeinverfügung zur Covid19-Pandemie eingeräumt hat.

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