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Klinikum Nordfriesland

Verabschiedungsfeiern gestalten sich in Zeiten von Corona schwierig. Eigentlich befindet sich Dr. Hans-Ralph Burow, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Klinik Niebüll, bereits seit dem 1. Juli 2020 im wohlverdienten Ruhestand. Die dazugehörigen Feierlichkeiten konnten jedoch erst jetzt, in einem viel kleineren Rahmen als der Situation angemessen, stattfinden. Unter den geladenen Gästen waren unter anderem Stephan W. Unger, Geschäftsführer der Klinikum Nordfriesland gGmbH, Landrat Florian Lorenzen, Wilfried Bockholdt, Bürgermeister der Stadt Niebüll sowie Vertreter des Fördervereins „Klinik Niebüll“, des Rettungswesens und  der DRF-Luftrettung.

Dr. Burow trat im Januar 1990 als Facharzt für Anästhesiologie in den Dienst der Klinik Niebüll und wurde 2004 Chefarzt der Abteilung Anästhesie/Intensiv sowie Ärztlicher Direktor. Nun verabschiedet er sich vom Klinikum Nordfriesland, bleibt jedoch weiterhin Mitglied des Aufsichtsrates und vertretungsweise der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Nordfriesland. Die Position des Chefarztes übernimmt Prof. Dr. Torsten Loop. „Ich freue mich einen so kompetenten Nachfolger gefunden zu haben“, so Dr. Burow voller Überzeugung.

Nach intensiven Vorbereitungen laufen seit dem siebten September 2020 die Abbrucharbeiten des ehemaligen Verwaltungsgebäudes auf dem Gelände der Klinik Husum.

Das Gebäude blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: Anfangs wohnten hier noch die Schwesternschülerinnen, bevor das Gebäude zeitweilig für die stationäre Unterbringung der Patienten genutzt wurde. Schlussendlich diente es als Verwaltungsgebäude – zunächst noch mit angegliederter Krankenpflegeschule, die später abgelöst wurde durch die Therapieschule zur Ausbildung für Physiotherapeuten.

Nun muss es für weitere zukunftsweisende Entwicklungen des Klinikums ganz weichen. Dort soll ein Parkhaus mit 300 Plätzen entstehen, welches die derzeit angespannte Parkplatzsituation um das Klinikgelände herum deutlich entzerren wird. Stephan W. Unger, Geschäftsführer der Klinikum Nordfriesland gGmbH, und Landrat Florian Lorenzen freuen sich über den Fortschritt: „Rund drei Jahre nach dem Bürgerentscheid und intensiven Planungen ist dies der sichtbare Startschuss für zahlreiche Maßnahmen, an deren Ende das Klinikum bestens für die Zukunft gerüstet sein wird“, erklärten sie bei einer Besichtigung der Baustelle.

Qualifizierte Fachtrainer des Klinikums Nordfriesland bieten Betrieben, Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen auf dem nordfriesischen Festland jeweils direkt vor Ort Aus- und Fortbildungen in Erster Hilfe an.

Zielgruppen sind betriebliche Ersthelfer nach den Regeln der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Übungsleiter und Trainer aus allen Bereichen. Die Kursdauer umfasst neun Unterrichtseinheiten á 45 Minuten, die auf Wunsch auch auf zwei Tage aufgeteilt werden können. Die Teilnehmergebühren können auf Antrag von der zuständigen Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse übernommen werden. Auch die schulspezifische Fortbildung für Lehrkräfte mit einem Stundenumfang von sechs Unterrichtseinheiten wird vom Klinikum angeboten.

Am Anfang war es nur eine Idee, ein Funken Hoffnung, die Peter Rickmers, ein Mitarbeiter in der Radiologie der Klinik Niebüll, aktiv werden ließ. Dass daraus so viel Hilfsbereitschaft entstehen und ein so großer Erfolg werden würde, hat dann doch seine Erwartungen übertroffen…

Dieser außergewöhnlichen Initiative ist es zu verdanken, dass die Klinik Niebüll nun sehr schnell ein hochmodernes Mammographie-Gerät erhalten hat, nachdem das Altgerät für Untersuchungen nicht mehr zur Verfügung stand. Eine so zeitnahe Ersatzbeschaffung hätte das Klinikum Nordfriesland aus den ihm zur Verfügung stehenden Investitionsmitteln nicht realisieren können. Schließlich handelte es sich bei der Investition um den stattlichen Betrag von 120.000 €.

Nachdem das Klinikum Nordfriesland aufgrund der in den letzten Wochen relativ moderaten Infektionszahlen die Besuchsregelungen gelockert und den normalen Klinikbetrieb mit nur kleinen Einschränkungen wieder aufgenommen hatte, nimmt es nun erneut wieder Anpassungen an die aktuelle Infektionslage vor. Im Einzelnen sind dies:

- Ab sofort wird die Besuchsregelung wieder stärker eingeschränkt. Bislang konnten zwei benannte Personen abwechselnd einen Patienten besuchen. Dies wird auf eine fest definierte Besuchsperson reduziert, die dann einmal pro Tag den Patienten besuchen darf.
- Aktuell vergrößert das Klinikum wieder seine Isolationsbereiche in den Kliniken. Da dafür mehr Patientenzimmer und auch mehr Personal benötigt werden, kann es zu vereinzelten Verschiebungen von geplanten Behandlungen kommen. In diesen Fällen geht das Klinikum auf die betroffenen Patienten zu. Notfälle und dringend erforderliche Behandlungen sind ausdrücklich nicht betroffen.

„Für die neuerlichen Anpassungen bitten wir um Verständnis. Bitte bedenken Sie, dass die Patienten in unseren Kliniken eines besonderen Schutzes und einer hohen Sicherheit bedürfen“, erläutert Bettina Jeßen, Prokuristin der Klinikum Nordfriesland gGmbH.

Ursächlich für diese Veränderungen sind die steigenden Infektionszahlen, die gerade im Nachbarkreis Dithmarschen kritische Werte erreichen. Aber auch die wachsende Sorglosigkeit in der Bevölkerung und die vermehrten Reiserückkehrer erfordern aus Sicht des Klinikums eine Anpassung der Vorsichtsmaßnahmen. Mit ausschlaggebend für die getroffenen Maßnahmen ist auch, dass die Klinik Husum innerhalb der vergangenen Tage zwei Patienten durch die routinemäßig angesetzten Covid-19-Testungen gefunden hat, bei denen der Test positiv ausfiel. Alle Betroffenen waren bei Testung symptomlos. Die weitere Versorgung fand unter den vorgegebenen Hygienestandards statt. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Landkreises wurden die erforderlichen weiteren Maßnahmen veranlasst.

Im Februar des Jahres hatte der Aufsichtsrat der Klinikum Nordfriesland gGmbH den bis dahin verantwortlichen Geschäftsführer freigestellt. Die Leitung des Unternehmens wurde damals vorläufig Stephan W. Unger übertragen, der zuvor als Kaufmännischer Direktor bereits eine Führungsposition im Klinikum innehatte. Nunmehr hat der Aufsichtsrat der Klinikums gGmbH auf seiner Sitzung am Mittwoch Stephan W. Unger dauerhaft mit der Geschäftsführung des Klinikums beauftragt.

„Die letzten – für ein Klinikum sehr besonderen – Monate haben uns gezeigt, dass Stephan Unger genau der Richtige an der richtigen Stelle war und ist. Er hat die Standorte sicher durch die Krisensituation geführt – mit sehr viel Engagement, sehr viel Fachwissen und sehr viel kooperative Führungsstärke“, lobt der Aufsichtsratsvorsitzende Florian Lorenzen, Landrat des Kreises Nordfriesland den Klinikums-Geschäftsführer. „Wer in einer noch nie dagewesen Krisensituation so souverän handelt, ist aus Sicht des Aufsichtsrates sowohl für den „Routinebetrieb“ als auch für Vorbereitung des Klinikums auf die Zukunft die richtige Person“, ergänzt Lorenzen.

Hinzu käme, dass während der Corona-Krise durch Stephan W. Unger – in Zusammenarbeit mit dem Kreis Nordfriesland – wegweisende Durchbrüche in der Finanzierung des Klinikums gelungen seien. „Unser Klinikum konnte mit den Krankenkassen Einigungen zu den Sicherstellungszuschlägen und zu den Klinik-Budgets erzielen. Damit konnten wir mit den Vertragspartnern langjährig laufende Verhandlungen erfolgreich beenden, die dem Klinikum finanziell gut tun und ihm Sicherheit geben“, so der Aufsichtsratsvorsitzende.

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