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Klinikum Nordfriesland

Seit Oktober 2019 kommt in der Klinik Husum ein neues Konzept zur optimalen Schmerzbekämpfung nach einer Operation zum Einsatz. Speziell ausgebildete „Schmerz-Schwestern („Pain Nurses“) ergänzen die ärztliche Betreuung frisch operierter Patienten. Während täglicher „Schmerzvisiten“ sprechen sie gemeinsam mit den Patienten die individuelle Schmerztherapie ab.

So auch mit Steffen Becker. Der 39-jährige wurde vor kurzem mit heftigen Schmerzen im Unterbauch in die Klinik eingeliefert. Nach seiner Darm-OP wachte auf der Intensivstation aus der Narkose auf. Allerdings waren trotz intravenöser Gabe von Schmerzmitteln immer noch Schmerzen vorhanden. In der Schmerzvisite wurde entschieden, ihm einen Peridural-Katheter (PDK) zu legen. Dabei handelt es sich um einen dünnen und sehr feinen Kunststoffschlauch, der in örtlicher Betäubung am Rücken eingelegt wird. Die Katheterspitze wird an der Wirbelsäule vor dem eigentlichen Rückenmarksraum platziert.

Zur Schmerztherapie wurde nun eine kleine Medikamentenpumpe an den PDK angeschlossen. Diese wurde so programmiert, dass dem Patienten kontinuierlich ein Schmerzmedikament verabreicht wurde. Über einen Taster hatte Steffen Becker die Möglichkeit, sich selbst zusätzlich weitere Schmerzmedikamente (einen sogenannten Bolus) zu verabreichen. Dabei tritt die Wirkung nach ungefähr fünf Minuten ein. Dieses Verfahren wird „patientenkontrollierte Schmerztherapie“ genannt. Die Pumpe wird dabei so eingestellt, dass eine Überdosierung ausgeschlossen ist.

Abhängig von der jeweiligen Operation bleibt der PDK zwischen zwei und sechs Tage an der Wirbelsäule liegen. Die Entfernung ist vollkommen schmerzlos. Danach wird die Schmerztherapie mit Schmerzmitteln fortgeführt, die geschluckt oder über die Vene zugeführt werden. Dieses Verfahren kommt nicht nur in der Chirurgie zur Anwendung, sondern auch in Geburtshilfe, wo die werdenden Mütter das Konzept nach einem Kaiserschnitt ebenfalls sehr dankbar annehmen.

Chefarzt Duncan Underwood ist von dem Konzept – auch aufgrund sehr positiver Rückmeldungen – überzeugt: „Durch die ständige Präsenz unsere Pain Nurses konnte die Schmerztherapie in unserer Klinik auf ein qualitativ höheres Niveau mit einer hohen Patientenzufriedenheit gehoben werden.“ Auch Steffen Becker war von dem Konzept sehr angetan: „Neben der Möglichkeit, die Schmerzbekämpfung selbst zu steuern, ist das strukturierte Vorgehen sowie die gespürte Zuwendung des Personals das größte Plus des Husumer Schmerzkonzeptes.“

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