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Klinikum Nordfriesland

Zu Beginn der Covid-19-Pandemie im Frühjahr wurden die Krankenhäuser vom Land Schleswig-Holstein aufgefordert, umfangreiche Betten-, Personal- und Intensivkapazitäten bereit zu halten. Dies war nur dadurch möglich, dass planbare stationäre Leistungen – bei denen dies vertretbar war – verschoben wurden. Dies haben die Kliniken Husum, Niebüll und Wyk/Föhr entsprechend umgesetzt und umfangreiche Behandlungs-Kapazitäten frei gehalten. Dafür erhielten sie einen finanziellen Ausgleich aus dem 1. Rettungsschirm für Krankenhäuser.

Mit Abflachen der Erkrankungsraten im späten Frühjahr und in Abstimmung mit dem Land hat das Klinikum Nordfriesland weite Teile dieser freien Kapazitäten wieder der regulären Patientenversorgung zugeführt und die verschobenen Behandlungen nachgeholt. Allerdings haben die drei Kliniken – obwohl sie bislang immer frei von stationären Coronafällen waren - weiterhin Isolationsbereiche beibehalten und auch im Rahmen der Vorgaben des Landes einige Intensivbetten für die etwaige Behandlung von Corona-Patienten freigehalten. Bis Ende September erhielten die nordfriesischen Kliniken dafür Erstattungen aus dem 1. Rettungsschirm.

Die Bundesregierung hat nunmehr den von allen Krankenhäusern schon erwarteten 2. Rettungsschirm aufgespannt, der sich allerdings eher als „klein“ und „löchrig“ erweist. So werden finanzielle Ausgleiche unter anderem von der Versorgungsstufe des Krankenhauses, der jeweiligen Infektionsrate in der Region und der Auslastung der Stationen abhängig gemacht.

Diese Vorgaben würden dazu führen, dass das Klinikum Nordfriesland – wie nahezu alle Krankenhäuser in Schleswig-Holstein – keine Ausgleichszahlen mehr erhalten würde: „Die Inzidenz in Nordfriesland lag vielleicht drei oder vier Tage über dem geforderten Wert – aber auch das hätte uns nicht geholfen, da wir nicht der geforderten Versorgungsstufe angehören“, fasst Stephan W. Unger, Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland, die Situation für sein Klinikum zusammen.

„Wenn diese bürokratische Konstruktion Bestand behalten sollte – wovon derzeit auszugehen ist – werden wir an Ausgleichszahlungen für Corona-bedingte Freihaltungen nicht mehr partizipieren können“, konstatiert Unger. „Das ist ein harter Schlag für uns – auch wenn die weiterhin festgelegten kurzen Zahlungsziele und die verringerten Prüfquoten positiv sind.“

„Ich bin schon sehr erstaunt darüber, dass eine solche bürokratische und vor allem „löchrige Lösung“, die an der Versorgungsrealität mit den geschaffenen Sicherheiten für die Bevölkerung völlig vorbei geht, während der zweiten viel stärkeren Corona-Welle verabschiedet worden ist“, schüttelt der Landrat Florian Lorenzen, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Nordfriesland, den Kopf.

Dennoch werde das Klinikum Nordfriesland an seinen Sicherheitsvorkehrungen, den Isolationsbereichen und den freigehaltenen Intensivkapazitäten festhalten. Wir stehen der
Bevölkerung trotz der fehlenden Ausgleichszahlungen natürlich mit unserer Kompetenz- und unseren Kapazitäten in der bekannten Weise zur Seite“, versichert der Aufsichtsratsvorsitzende abschließend.

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