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Klinikum Nordfriesland

Auch das Klinikum Nordfriesland steht vor besonderen Zeiten mit Maßnahmen, die es in der jüngeren Geschichte der Krankenhäuser so noch nicht gegeben hat. Natürlich gibt es in den Kliniken immer Infektionsfälle, auf die man gut vorbereitet ist. Auch Influenza-Wellen wurden in den letzten Jahren professionell und mit hohem persönlichem Einsatz der Klinikmitarbeiter „abgewettert“.

„Aber eine Pandemie ist dann für uns alle schon etwas Besonderes“, konstatiert Stephan W. Unger, Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland. In der Klinik greifen jetzt die vorhandenen Alarm- und Einsatzpläne sowie der Pandemieplan. „Die Krankenhauseinsatzleitungen tagen inzwischen täglich, um die weiteren Maßnahmen für das zu erwartende Ausbruchsgeschehen abzustimmen“, berichtet Unger.

Dabei hat sich das Klinikum bereits sehr frühzeitig auf die Situation eingestellt: Bereits Ende Februar wurden in den Kliniken Husum und Niebüll Sichtungsbereiche eingerichtet und alle Patienten und Besucher zu Infektionssymptomen befragt – in Husum bislang in einem vor dem Haupteingang aufgestellten Zelt. In Wyk wurden ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um Infektionspatienten frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu betreuen. Zudem wurden sämtliche Nebeneingänge gesperrt.


Seitdem hat das Klinikum in Abstimmung mit den Landes- und Kreisbehörden weitere Maßnahmen ergriffen: So wurden alle Veranstaltungen, alle ambulanten Behandlungen in den Therapiezentren Husum und Niebüll abgesagt sowie ein Besucherstopp verhängt. „Allerdings lassen wir gesunde Besucher mit in die Klinik – zum Beispiel eine Begleitung für Schwangere oder einzelne Familienangehörige, die sich von sterbenden Patienten verabschieden müssen. Ebenso kann eine gesunde Begleitperson gehandicapte Personen oder Kinder in die Kliniken, Praxen oder Ambulanzen begleiten“, erläutert Unger.

Um die Klinik für die Aufnahme von Corona-Patienten vorzubereiten, wurden Betten- und Intensivkapazitäten „freigeschaufelt“. „Wir haben viele Patienten angerufen, um ambulante und auch stationäre planbare Termine abzusagen. Wir danken allen Betroffenen für Ihr Verständnis“, so der Geschäftsführer. Abgesagt wurden allerdings nur Operationen oder Untersuchungen, die keine gesundheitlichen Nachteile für die Betroffenen befürchten ließen.

In den frei gewordenen Bereichen aller drei Kliniken sind Infektionsbereiche vorbereitet worden. Auf den Intensivstationen und den angegliederten Inter-Mediate-Care-Bereichen stehen Beatmungsplätze zur Verfügung. „Wir haben alle Geräte aktiviert, die wir haben – falls notwendig, können wir auch die Narkosegeräte der Operationssäle als Beatmungsgeräte nutzen“, erläutert der Geschäftsführer Unger. Einzig die Inselklinik Föhr-Amrum hat keine Beatmungskapazitäten und müsste daher Patienten rechtzeitig auf das Festland verlegen. Für Infektionsfälle, die keiner Beatmung bedürfen, steht in der Inselklinik aber ein abgetrennter und vorbereiteter Infektionsbereich zur Verfügung.

Darüber hinaus hat das Klinikum Nordfriesland auf Wunsch des Gesundheitsministeriums mit den Schwerpunktkliniken in Flensburg, Heide und Itzehoe eine Vereinbarung getroffen, dass erste bestätigte Corona-Fälle in diese Kliniken verlegt werden. Im Gegenzug stehen die nordfriesischen Kliniken für die Behandlung von Notfall-Patienten bereit, die entweder keine Infektion haben oder an einer Nicht-Corona-Infektion erkrankt sind. „Diese Arbeitsteilung dient dazu, solange wie möglich „Corona-freie“ Krankenhauskapazitäten zu erhalten“, erläutert der Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland.

Aktuell wurden und werden derzeit in den Kliniken Husum und Niebüll drei auch äußerlich sichtbare Teilprojekte realisiert:

  • vor der Klinik Niebüll wurde von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVSH) ein Container aufgestellt, der der ambulanten Versorgung von Patienten dient,
  • in der Klinik Husum zieht die KVSH-Anlaufpraxis aus dem Klinikgebäude in ein Nebengebäude um und
  • vor der Klinik Husum verschwindet das aufgestellte Zelt.

„Durch das Runterfahren der Patienten- und Besucherzahlen in den Kliniken können wir den Sichtungsbereich jetzt ruhigen Gewissens in einen abgetrennten Bereich der Eingangshalle der Klinik hineinnehmen“, ist Unger froh über die Entwicklung. „Das Zelt wirkte immer eher provisorisch und unsere Mitarbeiter saßen doch sehr oft in der Zugluft, dies können wir jetzt beenden.“

„Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich bereits jetzt in vielfacher Hinsicht bedanken: Bei allen Patienten und Besuchern für die Unannehmlichkeiten, für Hilfsangebote aus der Bevölkerung, bei allen Partnern unseres Unternehmens, die uns in den letzten Wochen in sensationeller Weise unterstützt haben und natürlich ganz besonders bei unseren Kolleginnen und Kollegen, die die Situation mit hoher Profession, riesengroßem Engagement und trotz allem mit großer Gelassenheit in herausragender Weise beherrschen“, so Geschäftsführer Stephan W. Unger.

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