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Klinikum Nordfriesland

Nachdem das Klinikum Nordfriesland aufgrund der in den letzten Wochen relativ moderaten Infektionszahlen die Besuchsregelungen gelockert und den normalen Klinikbetrieb mit nur kleinen Einschränkungen wieder aufgenommen hatte, nimmt es nun erneut wieder Anpassungen an die aktuelle Infektionslage vor. Im Einzelnen sind dies:

- Ab sofort wird die Besuchsregelung wieder stärker eingeschränkt. Bislang konnten zwei benannte Personen abwechselnd einen Patienten besuchen. Dies wird auf eine fest definierte Besuchsperson reduziert, die dann einmal pro Tag den Patienten besuchen darf.
- Aktuell vergrößert das Klinikum wieder seine Isolationsbereiche in den Kliniken. Da dafür mehr Patientenzimmer und auch mehr Personal benötigt werden, kann es zu vereinzelten Verschiebungen von geplanten Behandlungen kommen. In diesen Fällen geht das Klinikum auf die betroffenen Patienten zu. Notfälle und dringend erforderliche Behandlungen sind ausdrücklich nicht betroffen.

„Für die neuerlichen Anpassungen bitten wir um Verständnis. Bitte bedenken Sie, dass die Patienten in unseren Kliniken eines besonderen Schutzes und einer hohen Sicherheit bedürfen“, erläutert Bettina Jeßen, Prokuristin der Klinikum Nordfriesland gGmbH.

Ursächlich für diese Veränderungen sind die steigenden Infektionszahlen, die gerade im Nachbarkreis Dithmarschen kritische Werte erreichen. Aber auch die wachsende Sorglosigkeit in der Bevölkerung und die vermehrten Reiserückkehrer erfordern aus Sicht des Klinikums eine Anpassung der Vorsichtsmaßnahmen. Mit ausschlaggebend für die getroffenen Maßnahmen ist auch, dass die Klinik Husum innerhalb der vergangenen Tage zwei Patienten durch die routinemäßig angesetzten Covid-19-Testungen gefunden hat, bei denen der Test positiv ausfiel. Alle Betroffenen waren bei Testung symptomlos. Die weitere Versorgung fand unter den vorgegebenen Hygienestandards statt. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Landkreises wurden die erforderlichen weiteren Maßnahmen veranlasst.

Im Februar des Jahres hatte der Aufsichtsrat der Klinikum Nordfriesland gGmbH den bis dahin verantwortlichen Geschäftsführer freigestellt. Die Leitung des Unternehmens wurde damals vorläufig Stephan W. Unger übertragen, der zuvor als Kaufmännischer Direktor bereits eine Führungsposition im Klinikum innehatte. Nunmehr hat der Aufsichtsrat der Klinikums gGmbH auf seiner Sitzung am Mittwoch Stephan W. Unger dauerhaft mit der Geschäftsführung des Klinikums beauftragt.

„Die letzten – für ein Klinikum sehr besonderen – Monate haben uns gezeigt, dass Stephan Unger genau der Richtige an der richtigen Stelle war und ist. Er hat die Standorte sicher durch die Krisensituation geführt – mit sehr viel Engagement, sehr viel Fachwissen und sehr viel kooperative Führungsstärke“, lobt der Aufsichtsratsvorsitzende Florian Lorenzen, Landrat des Kreises Nordfriesland den Klinikums-Geschäftsführer. „Wer in einer noch nie dagewesen Krisensituation so souverän handelt, ist aus Sicht des Aufsichtsrates sowohl für den „Routinebetrieb“ als auch für Vorbereitung des Klinikums auf die Zukunft die richtige Person“, ergänzt Lorenzen.

Hinzu käme, dass während der Corona-Krise durch Stephan W. Unger – in Zusammenarbeit mit dem Kreis Nordfriesland – wegweisende Durchbrüche in der Finanzierung des Klinikums gelungen seien. „Unser Klinikum konnte mit den Krankenkassen Einigungen zu den Sicherstellungszuschlägen und zu den Klinik-Budgets erzielen. Damit konnten wir mit den Vertragspartnern langjährig laufende Verhandlungen erfolgreich beenden, die dem Klinikum finanziell gut tun und ihm Sicherheit geben“, so der Aufsichtsratsvorsitzende.

Nach der Corona-Zwangspause bietet die Klinik Husum jetzt wieder Erste-Hilfe-Kurse an. Diese umfassen neun Unterrichtseinheiten á 45 Minuten zuzüglich Pausen und erfüllen sowohl die Auflagen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) für betriebliche Ersthelfer als auch der Führerscheinverordnung für Führerscheinanwärter. Das Schulungsangebot richtet sich auch an Mitarbeiter in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie an Interessierte, die ihre Kenntnisse auffrischen möchten. Die Schulungen werden von geschulten Ausbildern des Klinikums Nordfriesland durchgeführt.

Der erste Kurs nach der Corona-Pause für Führerscheinanwärter und Interessierte findet am Samstag, 01. August 2019, von 8 – 16 Uhr in dem Tagungsraum der Klinik Husum („De Ole Peerstall“; Haus 3) statt. Die Kosten liegen bei 35 Euro je Teilnehmer. Eine Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl erforderlich. Sie kann per eMail oder telefonisch unter Tel. 04841 660-0 erfolgen.

Für den Kurs wurde ein Hygiene-Konzept erarbeitet, das sowohl das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, die Einhaltung von Abstandsregeln und die regelmäßige Händedesinfektion umfasst.

Weitere Informationen und Anmeldeformular.

Das Thema Beruf und Familie gewinnt stetig an Bedeutung. Es ist eine sich immer schneller weiterentwickelnde Fragestellung zur attraktiven Gestaltung der Arbeitsplätze. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird in der Arbeitswelt immer wichtiger. Gerade in Zeiten von Covid-19 hat das Klinikum Nordfriesland dies deutlich gespürt. „So mussten wir gemeinsam mit den Eltern von zu betreuenden oder zu beschulenden Kindern schnell Home-Office-Arbeitsplätze schaffen und zum Teil die Arbeitszeiten flexibler gestalten“, erläutert Bettina Jeßen, Leiterin der Abteilung Personal und Recht, die Situation während des Lockdowns.

Aufgrund der damaligen Infektionssituation war die Anlaufpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) in Husum Mitte März aus dem Klinikgebäude in das Haus 6 auf dem Krankenhausgelände umgezogen.

Diese Auslagerung wird am Mittwoch, 22. Juli 2020, wieder rückgängig gemacht. Bereits zur Nachmittagssprechstunde ab 17 Uhr befindet sich die KVSH-Praxis wieder im 2. Obergeschoss des Krankenhauses.

Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen fordert im Klinikum Nordfriesland erneut einen Tribut: Das Schlaflabor der Klinik muss zu Ende Juli 2020 schließen. „Die bisherige ärztliche Leiterin, Dr. Anke Jary, kann das Schlaflabor nicht weiterführen, da sie sich in Hamburg als Neurologin in eigener Praxis niederlässt. Die intensive, auf allen Ebenen geführte Suche nach einem Nachfolger ist leider erfolglos geblieben“, erläutert Stephan W. Unger, Geschäftsführer des Klinikums Nordfriesland das Dilemma.

Da das Klinikum nun über keinen Arzt mehr mit den notwendigen Fachweiterbildungen und erforderlichen Zertifikaten verfügt, kann es die Einrichtung derzeit nicht weiterbetreiben. „Das bedauern wir außerordentlich. Zumal dies zu einem Zeitpunkt kommt, an dem wir mit Privatdozent Dr. Jens Kreuz gerade die Behandlung von Atemwegserkrankungen in Niebüll ausbauen wollen“, bedauert Unger.

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