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Klinikum Nordfriesland

Ein Transporter des THW brachte den langersehnten ersten Impfstoff in das Klinikum Nordfriesland. Auf diesen Augenblick hatten alle Verantwortlichen und Mitarbeiter im Klinikum gewartet. Intensiv hatte man sich in den letzten Wochen auf den Impfstart vorbereitet. Eine Umfrage unter den Mitarbeitern, wer sich an den Impfungen beteiligen wolle, war mit großem Erfolg durchgeführt worden.

Räumlichkeiten waren vorbereitet und Mitarbeiter für die Durchführung der Impfungen gefunden worden. Darunter auch Dr. Klemens Feldmann, der erst vor kurzem nach vielen Dienstjahren in der Inneren Medizin der Klinik Husum in den wohlverdienten Ruhestand gegangen war. Er wird die zu impfenden Mitarbeiter über den Wirkstoff aufklären und medizinisch prüfen, ob die geplante Impfung bei jedem Einzelnen auch durchgeführt werden kann.

Am Montag, 04. Januar 2021, war es dann endlich soweit: Kurz nach 13 Uhr wurden Jens Rohs, Leiter des Hygienemanagements im Klinikum und Andrea Magaard, kommissarische Chefärztin der Intensivmedizin und Anästhesie der Klinik Husum, von der Betriebsärztin Catharina Odenbach geimpft. 58 weitere Mitarbeiter folgten dann bis 18 Uhr. Die beiden „Erstgeimpften“ sind Beschäftigte in der der Klinik-Impfkategorie 1. Diese umfasst unter anderem Mitarbeiter der zentralen Notaufnahmen, der Intensiv- und der Isolierstationen – also aus denjenigen Klinikbereichen, die am ehesten Kontakt zu Covid-19-positiven Patienten haben könnten.

Ein Wochenende im September wird dem über die Region hinaus bekannten Künstler Erhard Schiel aus Sankt Peter-Ording noch lange in Erinnerung bleiben „Meine Kehle schnürte sich zu, der Kiefer schmerzte und ich hatte das Gefühl, dass es nun wohl mit mir zu Ende gehen würde“, erzählt Erhard Schiel. Er wurde mit dem Rettungswagen in die Klinik Husum gebracht und landete dort direkt auf dem Operationstisch im Linksherzkatheterlabor. „Dort hat das sehr professionelle Team um Chefarzt Dr. Christian Nottebrock die Ursache für meine Beschwerden gefunden und behoben“, berichtet Schiel. Mit Hilfe modernster Technik wurde in einer seiner Herzkranzgefäße eine Engstelle gefunden, geweitet und mit einem kleinen Metallgeflecht (Stent) versorgt.

Mitte November trafen sich das Team um Dr. Christian Nottebrock sowie Erhard und Ingrid Schiel noch einmal: Zu diesem „postklinischen“ Treffen hatten die Eheleute Schiel ein großes Paket mitgebracht. Sie übergaben dem Team ein selbst gemaltes Bild mit einem großen roten Herzen im Mittelpunkt, den Teammitgliedern und einer Notensequenz. „Ich bin Dr. Nottebrock und seinem Team sehr, sehr dankbar. Sie haben mir das Leben gerettet und da wollte ich mich erkenntlich zeigen“, so Erhard Schiel bei der Bildübergabe.

Die Gefäßchirurgie der Klinik Husum unter Leitung von Chefarzt Dr. Klaus Haug hat mit der Anschaffung eines innovativen Gerätes mit dem Namen O2C – „Oxygen to see“ einen weiteren wichtigen Schritt zur Optimierung der Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Gefäßerkrankungen vollzogen. Bisher war es nur möglich, Durchblutungsverhältnisse in großen und mittelgroßen Gefäßen darzustellen ohne damit Aussagen über die entscheidenden Verhältnisse in den kleinsten Gefäßen machen zu können. Diese „Mikrodurchblutung“ ist aber letztendlich der entscheidende Faktor für die Erhaltung von Gewebe.

Große Bedeutung hat diese Mikrodurchblutung bei Durchblutungsstörungen in den Beinen und Füßen sowie - seltener - in den Armen und Händen. So können die Gefäßchirurgen bereits während einer Operation – zum Beispiel bei der Öffnung von Gefäßverschlüssen – sehen, ob die eingeleitete Maßnahme im Gewebe die erforderliche Mikrodurchblutung bewirkt. Dies dient dazu, Operationen und Behandlungen zu verkürzen. Ziel der modernen Technik ist es, Amputationen von zum Beispiel Zehen zu vermeiden.

Die Planungen waren abgeschlossen: Eigentlich wollte das Klinikum Nordfriesland den Baubeginn seines neuen Parkhauses auf dem Gelände der Klinik Husum im größeren Stile feiern. Eigentlich. Dann kam Corona zurück, und so trafen sich unlängst nur der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, Landrat Florian Lorenzen, und der Geschäftsführer, Stephan W. Unger, um die bereits geebnete Fläche für das Parkhaus in Augenschein zu nehmen.

Von großer Bedeutung ist das Projekt in zweierlei Hinsicht: „Zum einen haben wir sowohl auf dem Klinikgelände als auch auf dem Gelände der Kreisverwaltung bereits jetzt zu wenige Parkplätze. Durch die langfristig geplanten Baumaßnahmen sowohl des Klinikums als auch des Kreises, würde sich die Situation nochmals verschärfen“, erläutert Landrat Florian Lorenzen. „Insofern ist das Parkhaus – in dem die Kreisverwaltung auch Plätze erhalten wird – eine wichtige Entlastung für alle, die hier arbeiten oder die sich hier behandeln lassen müssen“, so Lorenzen.

Die Corona-Pandemie machte es schon vor Monaten erforderlich, dass die Klinik Niebüll im Haupteingangsbereich eine Sichtungszone eingerichtet hat. Dort werden die ambulanten Patienten und die Besucher befragt, erfasst und über die Hygienemaßnahmen in der Klinik aufgeklärt. Dieses Verfahren erfordert jeweils etwas Zeit, so dass es vor dem Krankenhaus immer wieder zu Warteschlangen gekommen ist.

Mit Einzug der dunklen und kalten Jahreszeit wurde dies für die Patienten und Besucher immer unangenehmer, so dass sich das Klinikum Nordfriesland entschloss, zwei Container als Warteraum zu mieten. Diese wurden nun vor einigen Tagen vor dem Haupteingang durch die Firma Stümer Krane aus Niebüll kostenlos aufgestellt. Inzwischen sind die erforderlichen Installationsarbeiten abgeschlossen, so dass die beiden Container jetzt das Warten vor der Klinik im Trockenen und im Warmen ermöglichen.

Zu Beginn der Covid-19-Pandemie im Frühjahr wurden die Krankenhäuser vom Land Schleswig-Holstein aufgefordert, umfangreiche Betten-, Personal- und Intensivkapazitäten bereit zu halten. Dies war nur dadurch möglich, dass planbare stationäre Leistungen – bei denen dies vertretbar war – verschoben wurden. Dies haben die Kliniken Husum, Niebüll und Wyk/Föhr entsprechend umgesetzt und umfangreiche Behandlungs-Kapazitäten frei gehalten. Dafür erhielten sie einen finanziellen Ausgleich aus dem 1. Rettungsschirm für Krankenhäuser.

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