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Richtigstellung der Meldung über einen vermeintlichen Mangel in der Geburtshilfe

Richtigstellung der Meldung über einen vermeintlichen Mangel in der Geburtshilfe

In der Klinik Husum werden in jedem Jahr rund 800 Säuglinge entbunden. Jede Geburt wird sehr umfassend dokumentiert und anhand von vorgegebenen Codierungen verschlüsselt. Alle Geburten fallen zudem unter die „Externe Qualitätssicherung“. Dabei handelt es sich um ein sehr umfassendes Datenmeldeverfahren, das die Krankenhäuser nicht nur für Geburten durchführen müssen. Anhand bestimmter Codes werden digitale Fragebögen ausgelöst, die zu der Geburt oder zu einem Eingriff einen umfangreichen Datensatz abfragen.

 

Im Falle eines Notfall-Kaiserschnittes („Not-Sectio“) muss unter anderem auch die sogenannte E-E-Zeit nachgewiesen werden: Dies ist der Zeitraum zwischen dem Entschluss, dass eine sofortige Schnittentbindung erfolgen muss, und der Geburt des Kindes („Entwicklungszeit“), der maximal 20 Minuten betragen darf.

 

Bei einer zeitlich weniger dringenden Schnittentbindung aus dem Geburtsverlauf heraus („sekundäre Sectio“) im Jahre 2017 hat eine falsche Codierung dafür gesorgt, dass eine Dokumentation für einen „Notfall-Kaiserschnitt“ ausgelöst wurde. Die E-E-Zeit in diesem einen Fall lag bei 21 Minuten – also um eine Minute über der Vorgabe für eine Notfall-Sectio, die aber faktisch gar nicht vorlag. „Wenn Mutter und Kind nicht in höchster Gefahr sind, wie dies bei den allermeisten Kaiserschnitten der Fall ist, hat das Team eine längere Vorlaufzeit, bevor das Kind durch einen Kaiserschnitt geholt wird“, erläutert Dr. Michael Glaubitz, Chefarzt der Geburtshilfe der Klinik Husum.

 

Zu dieser Auffälligkeit wurde die geburtshilfliche Abteilung der Klinik Husum im Rahmen eines Standard-Anhörungsverfahrens befragt und zur Stellungnahme aufgefordert.

Diese wurde zeitgerecht eingereicht und das Versehen nachvollziehbar erläutert und korrigiert. Leider haben diese Stellungnahme und Korrektur – aus derzeit nicht nachvollziehbaren Gründen – offenbar keinen Eingang in die nunmehr vorliegende Auswertung des IQTIG „Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen“ gefunden.

 

Das Standard-Verfahren im Rahmen der „Externen Qualitätssicherung“ sieht sogar noch eine zweite Möglichkeit zur Stellungnahme vor. Auch diese wurde zeitgerecht und umfänglich bei der IQTIG abgegeben. Leider – und das ist für das Klinikum Nordfriesland  nicht nachvollziehbar – wurde die Publikation der Ergebnisse jetzt so vorgezogen, dass dieser Korrekturverfahren keinen Eingang in die präsentierten Ergebnisse gefunden hat.

 

„Uns ist wichtig festzustellen, dass lediglich ein fehlerhafter Code in einem digitalen System hinterlegt wurde, aber die Versorgung der Schwangeren allen Normen und Leitlinien entsprach und zu keinem Zeitpunkt eine verzögerte Behandlung erfolgte oder eine Gefährdung von Mutter und Kind vorlag“, so Chefarzt Dr. Michael Glaubitz. „Das Klinikum wird jetzt das IQTIG zu einer Stellungnahme auffordern, wie es zu diesen irritierenden Aussagen kommen konnte. Nachvollziehbar ist dieses Vorgehen für uns zurzeit nicht.“

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