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Klinikum Nordfriesland: Dualer Bachelorstudiengang „Hebammenwissenschaft"

Klinikum Nordfriesland: Dualer Bachelorstudiengang „Hebammenwissenschaft"

Die Geburt eines Kindes ist für jede Schwangere und ihren Partner ein berührendes und einschneidendes Erlebnis im Leben: Aus diesem Grund ist jedes werdende Elternteil dankbar für eine einfühlsame und beruhigende Begleitung durch eine Hebamme, die der Mutter, dem Säugling und auch dem Partner mit viel Wissen und Erfahrung zur Seite steht.

Nur: Leider hat diese Berufsgruppe selber erhebliche Nachwuchsprobleme, die bereits zu Schließungen ganzer geburtshilflicher Abteilungen geführt haben.

Universitärer Studiengang in Lübeck

Nun schlagen die Universität zu Lübeck und das Klinikum Nordfriesland neue Wege ein: Die Ausbildung zur Hebamme wird von der Universität erstmalig in Schleswig-Holstein auf ein wissenschaftliches Fundament gestellt: Im „Dualen Bachelor-Studiengang Hebammenwissenschaft“ erreichen die Absolventen nach sechs Semestern den Berufsabschluss als staatlich geprüfte Hebamme / Entbindungspfleger und nach acht Semestern den Hochschulgrad „Bachelor of Science (B.Sc.)“. Voraussetzungen für die Zulassung sind eine allgemeine Hochschulreife oder eine Hochschulzugangsberechtigung und ein vierwöchiges Praktikum in einem geburtshilflichen Bereich.

Das Studium beginnt mit jedem Wintersemester, die Anzahl der Semesterwochenstunden liegt bei 25 bis 28 Stunden. Zwanzig Studienplätze werden pro Jahr vergeben. Vorteilhaft ist zudem, dass die Studenten in den ersten drei Jahren eine Ausbildungsvergütung erhalten und lediglich Semestergebühren anfallen.

Praktische Ausbildung in Nordfriesland

Das Besondere für die Region ist die vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum und der Universität, um die praktische Ausbildung der Studenten vor Ort zu gewährleisten. „Das Klinikum Nordfriesland ist sehr stolz auf diese Vereinbarung. Wir hoffen, auch über diesen Weg neue und junge Hebammen für unsere Klinik zu gewinnen“, so Renate Frischkorn, Direktorin Personal und Recht im Klinikum Nordfriesland.

Somit können die Studenten den Großteil der vorgesehenen praktischen Einsätze im Entbindungsbereich der Klinik Husum absolvieren. Neben diesem gibt es verschiedene Einsatzorte, die die Studenten im Laufe ihrer Ausbildungszeit durchlaufen, wozu unter anderem die Wochenbettstation, Pflegestationen, die Neugeborenen-Intensivstation und ein Praktikum bei einer freiberuflich arbeitenden Hebamme gehört.

Verantwortlich für den Praxiseinsatz im Kreißsaal der Klinik Husum sind die leitende Hebamme Ellen Tranzer und ihre Kollegin Theresa Schwarz, die den Bachelor in Hebammenwissenschaften selbst erworben hat. Beide sind auch für die Abnahme des praktischen Examens verantwortlich. Zeitlich nehmen die Praxisblöcke einen Raum von mindestens 4-6 Wochen pro Semester in Anspruch. „Wir freuen uns sehr, Studenten der Uni Lübeck hier in unserem modernen und nagelneuen Entbindungsbereich begleiten zu dürfen und ihnen Sicherheit im Umgang mit Mutter, Vater und Säugling zu geben“, so Ellen Tranzer und Theresa Schwarz unisono.

Ausbildung mit zwei integrierten Abschlüssen

Ein guter Grund, der für den „Dualen Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft“ spricht, sind die zwei integrierten Abschlüsse: Somit können die Vorzüge einer Berufsausbildung (staatliche Prüfung zur Hebamme/Entbindungspfleger) mit den Vorteilen eines Studiums (B.Sc.) optimal kombiniert werden. Damit eröffnet sich den Studenten ein breiteres Spektrum im Bereich Hebammenwesen. Die Berufsperspektiven im Zuge der Akademisierung beinhalten neben der herkömmlichen Hebammentätigkeit in der klinischen oder außerklinischen Versorgung zum einen die internationale Anerkennung der Berufsausbildung und die damit verbundene Option, in verschiedenen Ländern als Hebamme arbeiten zu können. In der Klinik besteht die Möglichkeit zur Mitarbeit in der Ausbildung werdender Hebammen als Praxisanleiterin, aber auch die Übernahme einer leitenden Funktion im Kreißsaal oder der Wochenbettstation. In der Wissenschaft kann man an der Planung und Durchführung verschiedener Studien mitwirken und somit die Professionalisierung im Hebammenwesen fördern. Ebenso kann man sich aber auch für ein aufbauendes und weiterführendes Masterstudium in Gesundheits- oder Pflegewissenschaften qualifizieren.

Dieser bundesweit erste universitäre Studiengang für Hebammen ist so gestaltet, dass es von Anfang an Berührungspunkte mit der klinischen Forschung an der Universität gibt und Lehrveranstaltungen gemeinsam mit der Humanmedizin, Pflege, Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie durchgeführt werden.

In einem weiteren Punkt sind sich die beiden Hebammen Ellen Tranzer und Theresa Schwarz auch einig: „Aus unserer Sicht haben wir den schönsten Beruf der Welt – was kann beglückender sein, Eltern dabei zu begleitenden, wenn deren Kinder das Licht der Welt erblicken – da wird alles andere zur Nebensache!“

Weitere Informationen…

… zum „dualen Studiengang Hebammenwissenschaften“ sind im Klinikum Nordfriesland unter Tel. 04841 660-1369 oder meike.hinrichsen@klinikum-nf.de erhältlich. Auf Wunsch können Interessierte unter bestimmten Voraussetzungen Praktika im Entbindungsbereich der Klinik Husum absolvieren. „Nun wünschen wir uns, dass sich Interessierte aus Nordfriesland für diese attraktive akademische Ausbildung mit seinem großen Zukunftspotential entscheiden“, freut sich Renate Frischkorn auf Bewerbungen aus der Region.

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