Allgemeine Informationen zur Adipositas

 

Adipositas ist eine Erkrankung

Die Adipositas ist eine sehr ernst zu nehmende chronische Erkrankung. Sie führt unbehandelt zu Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes Typ II, Fettstoffwechselproblemen und Gicht) und zu Bluthochdruck. Dieses sog. „metabolische Syndrom“ kann Schlaganfälle und Herzinfarkte auslösen. Hinzu kommen die orthopädischen Einschränkungen an Gelenken und Wirbelsäule, die zu Gehbehinderungen führen können, sowie die oft erheblichen psychosozialen Folgeerscheinungen, die auf vermindertem Selbstwertgefühl, Depressionen und Isolation basieren. Zudem ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass bei Adipositas bestimmte Krebserkrankungen gehäuft auftreten. Dies alles zusammen führt – statistisch eindeutig belegt – zu einer z.T. deutlich verkürzten Lebenserwartung, die in direkter Abhängigkeit zur Höhe des Übergewichtes steht. Adipositas gilt neben dem Rauchen als die häufigste vermeidbare (oder zumindest beeinflussbare) Todesursache.

Die „genetische Falle“

Hauptursachen der Adipositas liegen im Bewegungsmangel und der viel zu kalorienreichen Ernährung. Dieser „moderne Lebensstil“ trifft dabei auf „veraltete“ genetische Anlagen des Menschen, die aus einer Zeit stammen, als Essen die Ausnahme war und stete Bewegung das Überleben gesichert hat. So war der Stoffwechsel in der Steinzeit darauf ausgelegt, die aufgenommene Nahrung möglichst effektiv im Körper zu speichern, um in Hungerperioden überleben zu können. Seit etwa 100 Jahren gibt es in unserem Kulturkreis Nahrung im Überfluss. Dabei ist die Nahrung nicht nur mehr, sondern auch „gehaltvoller“ geworden: An die Stelle von Eiweißen und Ballaststoffen sind Kohlenhydrate und Fette getreten. Gleichzeitig haben die industrielle und die elektronische Revolution zu einer Bewegungsarmut geführt. Wir sitzen also in einer "genetischen Falle", die mal mehr und mal weniger wirksam ist.

Somit wird deutlich, dass schweres Übergewicht als Krankheit nicht heilbar ist. Dennoch sind viele der Folgen durch konsequentes Vorgehen vermeidbar. Eine seriöse Behandlung muss für den Patienten im täglichen Leben praktikabel sein und auf eine Reduktion der Kalorienzufuhr sowie eine Steigerung der körperlichen Aktivität hinauslaufen. Dies muss langfristig angelegt werden, um nicht erneut in jene „genetische Falle“ zu tappen. Insofern dreht es sich letztlich immer vor allem um die Änderung von Ernährungs- und Bewegungs-Gewohnheiten.

Der Body-Mass-Index (BMI)

Ob ein Mensch normal- oder übergewichtig ist, definiert sich über den sog. „Body-Mass-Index“. Dieser BMI-Wert setzt das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße (kg / m2) und gilt als das Standardmaß in der Adipositas-Therapie:

Untergewicht BMI unter 19 kg / m2
Normalgewicht BMI 19 bis 24,9 kg / m2
Übergewicht BMI 25 bis 29,9 kg / m2
Adipositas 1. Grades BMI 30 bis 34,5 kg / m2
Adipositas 2. Grades BMI 35 bis 39,9 kg / m2
Adipositas 3. Grades BMI über 40 kg / m2
„Super-Obesity“ BMI über 50 kg / m2
„Super-Super-Obesity“ BMI über 60 kg / m2

Ein Beispiel: Bei einer Größe von 1,70 m und 130 kg Gewicht ergibt sich ein BMI von 45 kg / m2; mithin eine Adipositas 3. Grades. Hier geht es zu einem BMI-Rechner.


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