Navigationshilfe für Orthopäden

Optimierte Kniegelenks-Endoprothetik in der Klinik Husum

Seit Anfang 2017 setzt die Abteilung „Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie der Klinik Husum eine Navigationshilfe – den „OrthoPilot" - für die Orthopäden der Klinik ein. Das Verfahren bietet für den Patienten eine noch höhere Sicherheit und eine noch größere Schonung der Knochen- und Weichteilstrukturen bei der Gelenkimplantation.

Wie funktioniert ein Navigationssystem bei einer Gelenkoperation?

Bei einer Knie-OP werden Infrarot-Sender sowohl am Ober- als auch am Unterschenkel platziert. Ebenso erhalten die Instrumente Infrarot-Sender, so dass während der OP die genauen Positionen im Gelenk erfasst werden können. Die Informationen dieser Sender werden durch eine Infrarot-Kamera am OP-Tisch erfasst, durch einen Computer verarbeitet und an einem Bildschirm sichtbar gemacht. Vor der OP werden zusätzlich durch ein spezielles Instrument „anatomische Landmarken" erfasst, die in die Berechnungen einfließen. Dazu gehören z.B. die Gelenkmittelpunkte von Hüft-, Knie- und Sprunggelenk. Da diese „Navigationsdaten" mit Hilfe der Infrarot-Technik ermittelt werden, entsteht für die Patienten keine zusätzliche Strahlenbelastung.

Alle Schritte der OP selber werden weiterhin durch die Operateure unter Zuhilfenahme der zusätzlichen Informationen durchgeführt. Der OrthoPilot ist kein Operationsroboter, sondern – wie beim Autofahren auch – „nur" eine zusätzliche Unterstützung zur Orientierung des Operateurs.

Hilfestellung zum Wohle der Patienten

Die neue Technik hilft den Operateuren zudem auch bei der Ausrichtung der Implantat-Komponenten unter Berücksichtigung der patientenindividuellen Beinachse. Ebenso hilft die Technik bei der Schaffung eines optimierten Implantat-Bettes mit einer optimalen Auflagefläche der Prothese. Schlussendlich ermöglicht der „OrthoPilot" zudem, die Gelenkkapsel, den Gelenkspalt und die Bänder im Gelenk an die neue Prothese anzupassen.

Für die Patienten bedeutet dies, einen kleineren operativen Zugang mit weniger Schmerzen, ein längeres Funktionieren der Prothese aufgrund der wesentlich höheren Präzision in der Platzierung der Implantat-Komponenten und damit insgesamt eine schnellere Genesung und Mobilisierung der Patienten.