Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle

Ambulant und Stationär

Kleinere und größere Unfälle gehören – so unschön das auch ist – zum Leben dazu. Diese geschehen zu Hause, im Garten, beim Sport, aber auch auf dem Weg zur Arbeit / Schule oder bei der Arbeit / in der Schule selber. Derweil die Behandlungskosten der Unfallfolgen in der Regel durch die jeweilige Krankenversicherung übernommen werden, so gelten für „Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle“ andere Regelungen, die es zu beachten gilt. Die Behandlungskosten werden in diesen Fällen von einer Unfallkasse oder einer Berufsgenossenschaft übernommen.

Das Klinikum Nordfriesland mit seinen vier Standorten ist für alle Patienten, die einen kleinen oder großen Unfall erlitten haben, ein wichtiger Anlaufpunkt – ambulant wie stationär. Für diese Fälle halten die Kliniken jeweils Notfallaufnahmen bereit. An jedem Standort des Klinikums sind zudem so genannte „D-Arzt- oder BG-Ambulanzen“ mit Genehmigung der Berufsgenossenschaften vorhanden, so dass nach der Erstversorgung eine Weiterbehandlung der Patienten mit einem Arbeits-, Schul- oder Wegeunfall erfolgen kann.

Die Kliniken Husum  („Verletzungsartenverfahren“) und Niebüll („Durchgangsarztverfahren“) dürfen zudem auch die meisten stationär behandlungsbedürftigen Patienten betreuen – die Festlegung erfolgt im Einzelfall anhand bestimmter Kriterien. Räumlich, technisch und personell sind die Kliniken dafür den Vorgaben entsprechend sehr gut ausgestattet.

 

Fragen & Antworten zu Arbeits-/Schul-/Wegeunfällen

Dr. Rainer Kirchner, Chefarzt der Abteilung „Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulen-Chirurgie“ der Klinik Husum beantwortet Fragen rund um Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle:

Dr. Kirchner, wann liegt ein Arbeits-, Schul- oder Wegeunfall vor? Was ist zu beachten?

Wie der Name schon sagt, müssen bei Unfällen an der Arbeitsstätte, in der Schule oder auf dem Weg zur oder von der Arbeit oder Schule, einige Dinge beachtet werden. Dies gilt ebenso für Unfälle bei Veranstaltungen des Arbeitgebers oder der Schule, z.B. Weihnachtsfeiern, Betriebsausflüge oder Schulfeste. In diesen Fällen ist neben einer Erstversorgung z.B. beim Hausarzt ein sogenannter „Durchgangsarzt“ (D-Arzt) aufzusuchen.

Was ist ein Durchgangsarzt? Wann muss er aufgesucht werden?


Die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen beauftragen ausschließlich fachlich geeignete Ärzte mit einer entsprechenden Ausstattung der Praxis oder Klinik am Durchgangsarztverfahren. Diese müssen spezielle personelle, apparative und räumliche Anforderungen erfüllen und zur Übernahme bestimmter Pflichten bereit sein.

Der Besuch beim D-Arzt ist erforderlich, wenn die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt. Oder wenn die notwendige ärztliche Behandlung absehbar über eine Woche dauern wird. Auch, wenn eine Unfallfolge erneut zu gesundheitlichen Problemen führt, muss ein D-Arzt aufgesucht werden.

Wird damit der Besuch beim Hausarzt überflüssig?

Nein. In ungefähr 75 Prozent aller Fälle wird der Unfallverletzte nach der ergänzenden durchgangsärztlichen Untersuchung dem Hausarzt zur weiteren Behandlung zurücküberwiesen. Sofern erforderlich, begleitet der D-Arzt den Heilungsverlauf punktuell durch einige „Nachschautermine“. Wenn Heil- und Hilfsmittel (z.B. physiotherapeutische Behandlungen oder Unterarmgehhilfen) erforderlich werden, verordnet diese der D-Arzt.

Was sind typische Berufs- oder Schulunfälle?


Bei Schülern sind dies oft Prellungen, Stauchungen oder beschädigte Außenbänder. Bei Arbeitnehmern – gerade bei Handwerkern oder Beschäftigten in der Landwirtschaft – kommen häufig Knochenbrüche vor. Wir behandeln aber auch Bauchverletzungen oder mehrfachverletzte Patienten (sog. „Polytraumata“) – dann aber stationär...

Kann ich im Klinikum Nordfriesland auch stationär behandelt werden?

Die Klink Husum ist in das spezielle „Verletzungsartenverfahren“ der Berufsgenossenschaften eingebunden. Das bedeutet, dass wir in Husum einen umfangreichen Katalog an Unfallfolgen behandeln dürfen. Nur in wenigen Fällen ist jetzt noch eine Verlegung des Patienten in eine Spezialklinik erforderlich – z.B. wenn eine schwere Brandverletzung oder schwere Schädel-Hirn-Verletzungen vorliegen.

Aber auch in der Klinik Niebüll können Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle stationär behandelt werden.