Venen-Sprechstunde

MVZ Praxis Chirurgie Tönning

Ungefähr jeder siebte Deutsche leidet an einer behandlungsbedürftigen Venenerkrankung. Selbst junge Menschen sind betroffen; Frauen dreimal häufiger als Männer. Krampfadern (Varizen) sind erweiterte, oft geschlängelt verlaufende und oberflächlich liegende Venen. Durch ihre starke Erweiterung und die schließunfähig gewordenen Klappen wird der Transport des Bluts von den Füßen zum Herzen gestört. Sie entstehen in den meisten Fällen durch eine angeborene Bindegewebsschwäche.

Begünstigt wird die Erkrankung, die sich im fortgeschrittenen Stadium in einem Schweregefühl und nächtlichen Wadenkrämpfen bemerkbar machen kann, durch Faktoren wie Stehberufe, Bewegungsmangel, Schwangerschaft und Übergewicht.

Das Klinikum Nordfriesland ist in der Diagnostik (Venen-Sprechstunde im RGZ Tönning) und operativen Therapie der Krampfadern sehr versiert und dafür sehr gut ausgestattet. Besonderen Wert legen die Gefäß-Chirurgen in der Klinik Husum auf ein besonders schonendes Vorgehen und ein gutes kosmetisches Ergebnis. Die Eingriffe erfolgen bei allen dafür geeigneten Fällen ambulant.

Im RGZ Tönning können (nach Überweisung) sowohl die Voruntersuchungen als auch die Nachbehandlungen erfolgen.

Die Krampfader-Operation

Nicht alle Krampfadern müssen operiert werden. Wenn aber die Beschwerden des Patienten mit den medizinischen Untersuchungs- und Messergebnissen übereinstimmen, so wird heute in der Regel eine Operation der Krampfadern empfohlen, um den zuvor genannten Folgeerscheinungen rechtzeitig vorzubeugen.

Verödung von Krampfadern und vorbeugende Maßnahmen

Anstelle einer Operation oder aber als Ergänzung dazu kann eine Verödungsbehandlung von Krampfadern („Sklerosierung“) notwendig werden. Hierbei wird eine Substanz an mehreren Stellen in die Krampfadern gespritzt, die dort eine leichte Entzündung verursacht und auf diesem Wege die Vene verkleben lässt. Im Rahmen der dann folgenden Gewebereaktion wird die Krampfader vom Körper abgebaut und kann so vollständig verschwinden. Insbesondere geeignet für eine Verödungsbehandlung sind die sog. „Besenreiser-Krampfadern“, deren Therapie aber nur auf kosmetischer Basis erfolgen kann, da ihnen selbst keine eigenständige krankmachende Wirkung zukommt.

Das offene Bein

Dieses Krankheitsbild steht nicht selten am Ende vieler Venenleiden. Jede Form der venösen Stauung in den Beinen - sei es durch unbehandelte Krampfadern, sei es nach Thrombosen - kann langfristig über einen chronisch verminderten Sauerstoffgehalt des Gewebes (vor allem der Haut) zu offenen Stellen führen. Auch kleine Verletzungen können unter diesen Bedingungen schlecht heilen oder werden sogar größer. Meist finden sich die offenen Stellen oberhalb der Knöchelregion innen, seltener auch außenseitig. Infektionen dieser Gewebeareale können die Folge sein und in die Tiefe gehen oder eine Blutvergiftung verursachen.

Das Ziel der Behandlung muss immer eine Verbesserung des venösen Abflusses sein („Entstauung“). Hierfür bedarf es einer Infekt-Kontrolle, einer Kompressionsbehandlung und nicht selten auch einer Krampfader-Operation.

Die gesamte Venenheilkunde dreht sich letztlich darum, Spätfolgen wie ein „offenes Bein“ oder eine Thrombose durch frühzeitige und konsequente Behandlung relativ harmloser Erkrankungen (Krampfadern) zu verhindern.