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Klinik Husum: Neues Therapieverfahren gegen das Vorhof-Flattern

Klinik Husum: Neues Therapieverfahren gegen das Vorhof-Flattern

Seit 10 Jahren arbeiten das Klinikum Nordfriesland und das Universitäre Herzzentrum (UHZ) am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf eng zusammen. Gemeinsam mit den in Nordfriesland niedergelassenen Kardiologen wurde in 2007 das HERZZENTRUM NORDsee zum Wohle der Patienten, die an Herz- / Kreislauferkrankungen leiden, etabliert und damit Behandlungswege verkürzt.

Diese enge Zusammenarbeit hat es der Kardiologischen Abteilung der Klinik Husum unter Leitung von Dr. Christian Nottebrock ermöglicht, hochspezialisierte Verfahren zur Behandlung des Vorhof-Flimmerns in Husum einzuführen. Im Mittelpunkt dieses im Rahmen der so genannten „Elektrophysiologie“ eingeführten „Ablationsverfahrens“ stand eine Gewebe-Verödung am Herzen durch einen starken Kälteimpuls. Im Herbst 2016 standen die UHZ-Professoren Stephan Willems und Christian Meyer dem Husumer Kardiologen-Team zur Seite und haben das Verfahren vor Ort eingeführt und trainiert.

Auch die aktuelle Ausweitung des elektrophysiologischen Angebotes an der Klinik Husum erfolgt wieder in Zusammenarbeit mit der „Abteilung für Elektrophysiologie“ des UHZ: Erstmalig wurde vor kurzem unter Begleitung der beiden Hamburger Professoren eine so genannte „CTI-Ablation (Cavotrikuspider Isthmus)“ bei Vorhofflattern durchgeführt.

Ein Vorhofflattern kommt bei ein bis zwei Prozent der Bevölkerung vor und gehört zu den Rhythmusstörungen mit einem schnellen Vorhof-Puls von 220-270 Schlägen pro Minute.

Patienten mit Vorhofflattern klagen in der Regel über Herzrasen, Engegefühle in der Brust (Angina pectoris) sowie eine verminderte Leistungsfähigkeit. Bei einer anhaltenden Rhythmusstörung staut sich Wasser in die Lunge zurück, so dass zusätzlich Luftnot und andere noch schwerwiegendere Herzrhythmusstörungen hinzukommen können.

Zweck der neuen elektrophysiologischen Untersuchung ist es, die Art und den Mechanismus der Herzrhythmusstörung über eine besondere Herzkatheter-Untersuchung genau festzustellen. Dazu ist es notwendig, die Rhythmusstörung mit Hilfe nicht spürbarer elektrischer Impulse von verschiedenen Stellen des Herzens auszulösen. Nach Sicherung des genauen Mechanismus und des Ortes der Störung im Herzen wird das verantwortliche Herzmuskelgewebe durch Hochfrequenz-Stromimpulse verödet, so dass die auslösende Fehl-Erregung durchbrochen und somit die Rhythmusstörung beseitigt wird. Die Erfolgsaussicht dieses neuen Verfahrens („Isthmus-Ablation“) beträgt über 98% bei einem Wiederholungsrisiko von 5-10%.

Seit Oktober 2016 kommen die Professoren Stephan Willems und Christian Meyer sowie Oberarzt Dr. Christian Eickholt regelmäßig in die Klinik Husum, um die neuen elektrophysiologischen Verfahren bei Vorhofflimmern und jetzt auch beim Vorhofflattern gemeinsam mit dem Oberarzt der Kardiologie vor Ort, Dr. Tobias Espersen, durchzuführen.

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