Pflege im Krankenhaus bedeutet mehr, als nur ärztliche Anordnungen auszuführen: „Eine examinierte Pflegekraft ist in der Lage, eigene pflegerische Entscheidungen zu treffen“, sagt Maria Carstensen, Leiterin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule im „Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen Nordfriesland“ (BiZ NF) in Husum – einer Tochtergesellschaft des Klinikums Nordfriesland und einem weiteren Partner. 90 Ausbildungsplätze stehen für junge Leute zur Verfügung, die den Beruf der „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“ lernen möchten.
Zu ihnen gehören Dennis (19), Anna (20) und Kerstin (19), die derzeit im zweiten von drei Ausbildungsjahren sind. „Das Menschliche steht bei dieser Tätigkeit im Vordergrund“, sind sich die drei Auszubildenden einig. Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Klinikum Nordfriesland in Husum habe gezeigt, dass ihm die Arbeit auf den Leib geschneidert sei, so Dennis. Auch Kerstin, deren Eltern pflegerische Berufe ausüben, hat während ihres FSJ gespürt, dass sie in dieser Aufgabe ihre Erfüllung findet. Anna fühlte sich schon immer zu helfenden Berufen hingezogen – dass in der Familie Angehörige gepflegt wurden, gab letztlich den Ausschlag für ihre Entscheidung. Wer Gesundheits- und Krankenpfleger werden möchte, muss verschiedene Tugenden mitbringen: „Kompromissbereitschaft, Ausdauer, Teamgeist, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität“, zählen Dennis, Anna und Kerstin auf. Nicht zuletzt seien auch körperliche und vor allem psychische Belastbarkeit notwendig.
Die Ausbildung findet „blockweise“ statt: „Wir haben abwechselnd bis zu sechs Wochen theoretischen Unterricht und bis zu acht Wochen praktische Ausbildung auf den Stationen.“ Ein besonderer, aber außerordentlich Frucht bringender „Luxus“ sind die drei hauptamtlichen Praxisanleiter der Schule, die nicht in den Dienstablauf „auf Station“ eingebunden sind und ein ideales Bindeglied zwischen Schule und Praxis darstellen: „Sie sind in Bezug auf ihr Fachwissen immer up to date, vereinbaren mit den Krankenpflegeschülern Einzeltermine und begleiten sie bei der Arbeit auf den Stationen“, so Maria Carstensen. So kommt jeder der jungen Menschen etwa achtmal während der Ausbildung in den Genuss einer speziellen Anleitung, die bis zu fünf Stunden dauern kann. „So werden Fach- und Methodenkompetenzen, aber auch soziale Kompetenzen gezielt geschult.“ Zusätzlich nehmen die insgesamt mehr als zwei Dutzend Praxisanleiter der Stationen im Klinikum Nordfriesland, die über eine besondere berufspädagogische Zusatzqualifikation verfügen, die angehenden Fachkräfte unter die Fittiche und leiten sie bei den praktischen Tätigkeiten der einzelnen Stationen an.
Die klassische „Krankenschwester“ wird auch im Sprachgebrauch nach und nach durch den/die Gesundheits- und Krankenpfleger/in abgelöst: „Schließlich ist jeder Kranke nicht ausschließlich krank - und die Gesundheit insgesamt gilt es zu fördern und zu erhalten“, betont Maria Carstensen.
Natürlich haben Dennis, Anna und Kerstin genauso wie ihre Mitstreiter Schichtdienst. Der habe aber nicht nur Nach-, sondern auch Vorteile: „Wer früh anfängt zu arbeiten, hat einfach mehr vom Feierabend.“ Wenn die Ausbildung weiter vorangeschritten ist, kommen auch Nachtschichten hinzu. Zwar seien Wochenend- und Feiertagsdienste nicht sehr beliebt: „Aber unsere Kollegen und Kolleginnen auf den Stationen sind stets sehr kompromissbereit und kommen uns, soweit es möglich ist, entgegen“. |
|