Start als städtisches Krankenhaus „Bethanien" Wyk/Föhr Die kleine aber feine Inselklinik Föhr-Amrum des Klinikums Nordfriesland gGmbH kann auf eine lange medizinische Tradition zurückblicken. Mit dem Aufstieg als Seebad und der Ende des 19. Jahrhunderts vermehrt auftretenden Angst vor Infektionskrankheiten begannen sich die kommunalen Gremien mit dem Bau eines Krankenhauses auf der Insel Föhr auseinanderzusetzen und die Finanzierung sicherzustellen. Im Jahre 1893 kam es zu einer sehr rasanten Abfolge wichtiger Ereignisse in der Startphase der geplanten neuen Klinik. Ende Januar konnte Bürgermeister Petersen erstmals eine Zeichnung für die neue Klinik vorlegen, die allerdings nicht auf Gegenliebe im Rat stieß. Nur drei Tage später wurde ein neuer Plan vorgelegt, dem dann zugestimmt wurde. Weitere vier Tage später (!) wurden die einzelnen Gewerke ausgeschrieben, so dass am 21. Februar die Aufträge vergeben werden konnten. Bereits am 15. April des Jahres erfolgte die Grundsteinlegung. Am 29. April konnte schon das Richtfest gefeiert werden. Am 1. Oktober 1893 wurde dann das damals städtische Krankenhaus „Bethanien" in Wyk auf Föhr mit sieben Krankenbetten eröffnet. Alles in allem eine Planungs- und Umsetzungsphase, die heute - im beginnenden 21. Jahrhundert - leider undenkbar ist, wie zahlreiche andere Bauprojekte in den Kliniken Nordfrieslands zeigen. Seit nunmehr mehr als 115 Jahren wird die „Krankenanstalt" auf der Insel kontinuierlich weiterentwickelt, um auf der Höhe der medizinisch-technischen Entwicklung zu bleiben. Bereits drei Jahre nach Eröffnung der Klinik wurde von Petroleum- auf Elektrobeleuchtung umgestellt. Im Jahre 1914 erfolgte eine Erweiterung der Klinik auf 16 Krankenzimmer. Das Jahr 1924 brachte dann mit der Verpflichtung eines chirurgisch tätigen Arztes, der Anstellung einer ersten Diakonisse der Diakonissenanstalt in Flensburg und dem Aufstellen einer ersten Röntgenanlage einen großen qualitativen Sprung in Medizin und Pflege. 1927 folgte durch den Einbau einer Zentralheizung und fließend Wasser in den Krankenzimmern eine deutliche Serviceverbesserung für die Patienten. In den 30er-Jahren wurden eine Notstromversorgung und eine Bettenaufstockung auf bis zu 35 Betten durchgeführt. Während des 2. Weltkrieges erhöhte sich die Bettenzahl nochmals durch Aufstellung einer Baracke. 1941 kam die Klinik bei einem Fliegerangriff zu Schaden. 1956 brachte ein Umbau der Klinik eine weitere Kapazitätserweiterung und die erste „Großröntgenanlage". Am 01. Januar 1962 wechselte die Trägerschaft von der Stadt Wyk zu dem damaligen Kreis Südtondern. Der Name „Bethanien" entfiel damit. In den 60er Jahren wurden die baulichen Verhältnisse immer schwieriger. Die Unterbringung der Patienten und Schwestern, die Heizungsanlage, die Notstromversorgung und vieles andere mehr entsprachen nicht mehr den Notwendigkeiten eines fachgerechten Krankenhausbetriebes. Es wurden um 1970 herum verschiedene Varianten diskutiert, die von der Schließung des Hauses, der Angliederung an eine Reha-Klinik, über eine Sanierung des Gebäudes bis hin zum Neubau einer Klinik reichten. Die Entscheidung fiel zu Gunsten eines Neubaues, für den am 1. April 1971 die Bauarbeiten begannen. In den nächsten sechs Jahren wurde in drei Bauabschnitten ein vollständig neue Klinik am alten Standort im Rebbelstieg / Friedrichstraße gebaut. Am 8.6.1977 erfolgte die Einweihung des gesamten Komplexes. Damals noch mit einer weißen Fassade, die erst 1992 durch die heutige Rotsteinklinkerung ersetzt wurde.
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Klinikum Nordfriesland |